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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Die Zellmembran.

charide. Die Capillitiumfasern einiger Bovistaarten werden mit Phloro-glucinsalzsäure rot. Die reagierende Substanz hält Harz 1 ) für Lignin,doch soll sie sich in Kalilauge und in Natronlauge langsam lösen.Die Wände der Moose bestehen teils aus Zellulose und Pektinen, teilsaus Ester dieser Körper mit Dicranumgerbsäure und Sphagnol.Holz fehlt, denn auch die mechanischen Elemente geben nach Vorbe-handlung mit warmer Kalilauge Zellulosereaktion. Die Membranen desProtonema und der meisten Lebermoose reagieren ohne weiteres mitJod auf Zellulose 2 ). Die Wände der Laubmoose werden mit Kalilaugegelb, mit Eisenchlorid blau- bis grünschwarz 3 ). Der, die Eisenreaktiongebende Körper, Dicranumgerbsäure, kann durch stark verd. Alkalien,aber nicht durch kochendes Wasser entfernt werden und liegt jeden-falls in esterartiger Bindung vor (Leucobryum, Gottschea, Mastigo-bryum). Viele Moosmembranen (Sphagnum, Fontmalis, Trichocolea,Hypnaceen) werden durch Eisenchlorid rotbraun, durch Millon kirschrot.Den, diese Reaktionen gebenden Körper nannte Czapek 4 ) Sphagnol,er löst sich in Alkalien, ist stickstofffrei und kristallisiert. Auch dieserStoff muß in esterartiger Bindung vorliegen, denn nach Vorbehandlungmit Schultzeschem Gemisch, verd. Chromsäure oder nach Kochen mitverd. Alkalien erhält man typische Zellulosereaktionen. Sphagnol undDicranumgerbsäure können sich gegenseitig vertreten oder gleichzeitigvorkommen. Mit Rutheniumrot hat Gjokic verschiedentlich (Sphagnum)Pektinreaktion erhalten und auch Czapek fand Pektine, die sich mitstarker Natronlauge ausziehen lassen. Die bei Gelegenheit andererUntersuchungen vorgenommenen Beobachtungen der Literatur be-stätigen die Abwesenheit von Holz und die Anwesenheit von Zellu-losen und Substanzen, die mit Alkalien ausziehbar sind. So lösen sichdie gelbbraunen Membranen der Brutkörper von Georgia pellucidalangsam in konz. Schwefelsäure und werden mit Osmium geschwärztund mit Chlorzinkjod goldbraun. Nach Vorbehandlung mit Eau de Javelleschwärzt Osmium nicht mehr und Chlorzinkjod färbt violett 5 ). Beiden Uefäßkrjptoganieii nähert sich der chemische Aufbau der Mem-bran dem der höheren Pflanzen. Die Ligninreaktion mit Phloroglucin-salzsäure tritt bei Equisetum (mechanische Elemente) und Salvinia

') 0. Harz, Ligniu in Pilzmembr., Bot. Centralbl., 188G, XXV, S. 386.

2 ) Gr. Gjokie, Chem. Beschaffenh. d. Zellhäute 1>. d. Moosen, Ost. bot.Ztschr., 1895, XLV, S. 330.

3 ) Rüge, Organe der Lebermoose, Flora, 1898, S. 801.

4 ) F. Czapek, Zur Chemie der Zellmembranen bei den Laub- und Leber-moosen, Flora, 1899, LXXXVI, S. 361.

5 ) C. Correns, Über d. Brutkörper d. Georgia pellucida u. der Laubmoose,Ber. deutsch, bot. Ges., 1905, XIII, S. 420.