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Methanderivate.
(feine, das Licht doppelbrechende Kristallnadeln) sind radial in kon-zentrische Schichten angeordnet (Fig. 51 a, b). Sie zeigen das schwarzeKreuz im polarisierten Licht und bei Einschaltung des GipsplättchensRot I die gleichen Additions- und Subtraktionsfarben wie die Stärke-körner (S. 50). In Drogen lassen die Sphärokristalle ihren Bau oftundeutlich hervortreten. Es rührt dieses daher, daß sich an und indem Inulinkristall andere amorphe und in Glyzerin und in Alkoholnicht leicht lösliche Polysaccharide abgeschieden haben, welche dieTrichite gewissermaßen verkitten. Diese „amorphen" Polysaccharide 1 ),die das Inulin in den Zellen begleiten (s. unten), lösen sich eben beiZusatz von Chloralhydratlösung oder von verdünnter Salpetersäure zuerstauf, so daß der strahlig radiale Aufbau schärfer hervortritt. Auch beilängerem Verweilen der Präparate in wenig Wasser erscheinen dieKristalle schärfer. Nach H. Fischer 2 ) sind die Sphärite in Wasserquellbar, schmelzen aber beim Erwärmen in Wasser wie langsam lös-liche Kristalle ab.
In Drogen und in Herbarmaterial findet man die Zellen oft ganzmit großen Klumpen gefüllt (besonders bei Wurzeln aus dem Herbst),die eine Vorstellung von den großen Quantitäten von Inulin geben,die die lebende Zelle in Lösung zu halten vermag. Die Lösung diesergroßen Quantitäten in der lebenden Zelle muß durch andere Körperbedingt werden, nach Tunmann 3 ) durch andere Polysaccharide oderdurch phosphorsauren Kalk. Und Hartwich 4 ) hat in der Tat schon1904 gefunden, daß in vitro Zusatz einer Spur Pflanzenschleim zurHerstellung einer sehr stark übersättigten Inulinlösung genügt. Über-wiegend bezeichnet die Literatur die glasigen Klumpen, die scharfeKanten und einen muschligen Bruch zeigen und beim Präparieren ausden angeschnittenen Zellen oft herausfallen, als amorph. EingehendeBetrachtungen zeigen indessen, daß auch in den Klumpen das Inulinin feinen Kristallen auftritt. Hiervon kann man sich teils ohneweiteres an geeigneten Stücken überzeugen, teils bei Zusatz von
') Die genaue Natur dieser Poly saccharide ist noch unbekannt. Möglicher-weise handelt es sich um mehrere Substanzen (Gummi). Auch Laevulose läßtsich in Inulinzellen meist nachweisen, wenigstens fand ich mit PhenylhydrazinLaevulose in Rad. bardanae, — enulae, — pyrethri, — cichorii, — taraxaci.Beachtenswert ist ferner das gleichzeitige Vorkommen von Kalziumphosphat.
2 ) H. Fischer, Über Inulin, sein Verhalten innerhalb und außerhalb derPflanze, Cohns Beitr., 1898, VIII, S. 58.
3 ) 0. Tunmann, Zur Mikrochemie des Inulins, Ber. d. pharm. Ges., 1910,XX, S. 577.
4 ) C. Hartwich, Beitr. z. Kenntnis der Ipecacuanhawurzeln, Arch. d.Pharm., 1904, CCXLII, S. 669.