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Anorganischer Teil.
Zur Unterscheidung von Kalkphosphat und -Oxalat, die beidegleichzeitig in den kugeligen Gebilden lebender Zellen einer Cyperus-Art auftreten (s. Phosphorsäure, S. 92), hat Zimmermann 1 ) oxalsauresAmmon mit Essigsäure kombiniert, wodurch der an die Phosphor-säure gebundene Kalk gelöst wurde und zugleich in Reaktion trat,während der an Oxalsäure gebundene Kalk jener Sphärite, der denKern bildet, ungelöst blieb. Die betreffenden Schnitte wurden in 10°/ 0Ammoniumoxalat, dem 1 % Essigsäure zugesetzt war, erhitzt. Die ausphosphorsaurem Kalk bestehenden Schalen der Sphärite verwandeltensich in Klumpen winziger Kristallenen, die sich nicht in 5% Essig-säure, jedoch leicht in Salzsäure lösten. In einer Lösung von 0,5%Ammoniumoxalat und 1% Essigsäure erfolgt die gleiche Reaktion,zwar erst nach 1 / 2 Stunde, aber ohne Erwärmen.
Der Nachweis des Kalziums in den Karbonaten kann mit Schwefel-säure geführt werden (Gispnadeln). Die Membran führt aber auchandere Kalkverbindungen (Kalzium-pektate und -Oxalate). Speziell beiden Cystolithen, bei denen nach Giesenhagen nur kohlensaurer Kalkteils an Zellulose gebunden ist, teils frei auftritt, wendet Zimmer-mann 2 ) stark verdünnteSchwefelsäure an (1%)> wodurch sich dieGipsnadeln in der Umgebung der Cystolithen abscheiden. Die Schnittekönnen auch direkt in eine siedende Lösung eingetragen werden, die0,5 g oxalsaures Ammon und 1,0 g Essigsäure auf 100,0 Wasser enthält.Es bilden sich stark lichtbrechende drusenartig verwachsene Kristallevon Kalziumoxalat. Bei Anwendung einer kalten konzentrierten Lösung(10% oxalsaures Ammon, 1 % Essigsäure) wird aber oxalsaures Ammonin den Cystolithen niedergeschlagen, welche sich bei mikroskopischerBetrachtung nicht verändert zeigen. Wird die konzentrierte Lösungheiß angewandt, dann erhalten die Cystolithen eine körnige Oberfläche,die aus Kalkoxalat besteht, während der Kern noch unverändertesKarbonat enthält. Neben dem Karbonat findet sich in den Cystolithenübrigens Kieselsäure, die aber auf den Stiel und den Kern beschränktist. Die Grundmasse der Cystolithen besteht aus Zellulose; die Cysto-lithen werden nach dem Lösen des Kalkes mit Salzsäure durch Chlor-zinkjod violett. In den Blättern der Coccinia-Arten sind im Gerüstder Cystolithen außer Zellulose noch andere Substanzen zugegen, dennman muß nach Avetta 3 ), um die Chloridzinkjodreaktion zu erhalten,
') A. Zimmermann, Über Kalziumphosphatausscheidungen in lebendenZellen, Beitr. z. Morph, u. Physiol. d. Pflanzenzelle, 1893, H. III, S. 311.
-) A. Zimmermann, Bot. Mikrotechnik, 8. 60.
a ) C. Avetta, Über die Cystolithen der Blätter von einigen Coecinia-Arten,Annuario d. B. Ist. Bot. di Borna, 1894, V, S. 181.