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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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Allgemeiner Teil.

Xylol oder Chloroform) mit einem fein zugespitzten Holzstäbchen (Zahnstocher,Streichholz) oder einem dünnen Glasstäbchen ein Rahmen gezogen werden, dereinen etwas größeren Umriß als das benutzte Deckglas besitzt und an einer Stellenicht völlig schließt. Ist der Balsamrahmen etwas eingetrocknet, so wird er mitGlyzerin erfüllt und die Objekte werden eingelegt. Schließlich wird das Deckglasvon einer Seite aus auf den Rahmen gelegt und etwas angedrückt, wobei dasüberschüssige Glyzerin durch die offene Stelle des Rahmens austritt und entferntwird. Dann schließt man die offene Stelle dos Rahmens mit Xylolbalsam undnun erst wird der Verschluß angebracht.

Am bequemsten ist das Einschließen in Glyzeringelatine 1 ).Diese eignet sich für viele Kristallfällungen (Hesperidin, Scutellarin,Osazone) und manche Färbungen. Von der festen Gelatinemasse 2 ) wirddas erforderliche Quantum auf dem Objektträger durch gelindes Er-wärmen verflüssigt und die Flüssigkeit in annähernder Deckglasgrößemit der Nadel flach gestrichen, wobei sich etwaige Luftbläschen leichtentfernen lassen. In die noch flüssige Gelatine werden die Präparatevom Rande her eingeschoben und nebeneinander möglichst in der Mittedes Tropfens angeordnet. Dann wird das einige Male durch die Flammegezogene Deckglas von einer Seite aus aufgelegt und angedrückt. DasAndrücken geschieht hier und bei den Balsampräparaten durch einenKorkstopfen, der mit einem kleinen Gewichte beschwert wird. A. Meyer 3 )

') 7 g Gelatine (fein zerschnitten) werden mit 42 ccm Wasser über Nachtquellen gelassen, dann werden 50 ccm Glyzerin und 1 g Karbolsäure zugefügt;die Mischung wird unter Umrühren bis zum Verschwinden der Trübung erwärmtund noch warm durch ein feines zwischen den Fingern geriebenes Leinwand-läppchen in eine passende Deckelkruke koliert. Bei Bedarf wird das nötigeQuantum der erstarrten Masse entnommen. Man kann auch die kolierte Masseauf einen Teller in dünner Schicht ausgießen. Die erstarrte Schicht schneidetmanin kleine Würfelehen von ausprobierter, je einen flachen Tropfen bildenderGröße" (Ed. Strasburger, Praktikum, 2. Pensum, auch A. Zimmermann,Mikroteclinik, S. 40). Die Würfelchen werden zum Bedarf in einem verschlossenenGefäße vorrätig gehalten. Mir scheint hiermit kein Vorteil gegeben zu sein,denn die Menge der Gelatine richtet sich nach der Beschaffenheit (Größe undDicke) und der Anzahl der Präparate, wechselt somit von Fall zu Fall.

3 ) Andere bringen einen Tropfen der zuvor flüssig gemachten Gelatine aufden Objektträger. Dann wird entweder das Gefäß mit der Gelatine in warmesWasser genügend lange eingestellt oder, wie es W. Behrens macht der dieGelatine in Reagenzgläsern aufbewahrt, nur der obere Teil des Inhaltes über derFlamme geschmolzen. Durch den flüssig aufgetragenen Gelatinetropfen sollenLuftblasen vermieden werden (W. Behrens, Leitfaden derbotan. Mikroskopie 1890,S. 174). Abgesehen davon, daß dieses Ziel nicht in erwünschtem Maße erreichtwird, verliert nach eigener Erfahrung die Masse durch das häufige Erwärmen ihrschnelles Erstarrungsvermögen und wird bräunlich.

3 ) A. Meyer, Mikroskopisches Praktikum, 1007, S. 70.