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Allgemeiner Teil
keit enthielt, ist das Kollodiumhäutchen trübe. Buscalioni undPollacci 1 ) haben diese Eigentümlichkeit zur Ermittlung der Tran-spiration der Blätter an Stelle der Stahlschen Kobaltmethode benutzt.Diese Kollodiumhäute geben nun die feinsten Skulpturen der Epidermenwieder, erscheinen bei mikroskopischer Betrachtung wie die bestenFlächenschnitte. Man wird die Kollodiummethode überall dort anwendenkönnen, wo sich Flächenschnitte schwer herstellen lassen oder ausSchonung des Materials unterbleiben müssen. Jost 2 ) hat sie beifossilen Pflanzen ausprobiert, und bei verschiedenen Harzen gab sieebenfalls schöne Resultate. Auch Abdrücke von Diatomeenschalen hatman mit Kollodium hergestellt 3 ).
Es ist nun ersichtlich, daß das Kollodiumhäutchen alle die derOberfläche eines Objektes aufgetragenen Stoffe aufnehmen wird, soferndiese im Kollodium löslich sind. Hierzu gehören die in Äther löslichenKörper. Wo Kollodium versagt, muß zu einem anderen hautbildendenLösungsmittel gegriffen werden. So hat Lagerheim 4 ) künstlicheFärbungen an Kaffeebohnen ermittelt, indem er die Bohnen in einesirupdicke Lösung von farblosem Zelluloid in Azeton brachte und dieseeintrocknen ließ. Die eingetrocknete Haut nimmt die Farbstoffe auf,wird abgezogen und auf dem Objektträger weiter untersucht. Wirtrennen mit der Abziehmethode die an der Oberfläche befindlichen Sub-stanzen auf leichte Weise ab und erhalten sie in möglichster Reinheit,wodurch die weitere Diagnose wesentlich erleichtert wird.
Das Trocknen von Sublimaten, Niederschlägen, von mit Säure-dämpfen behandelten Schnitten u. a. kann in dem bekannten Exsikkatorgeschehen. Als Ersatz eignen sich genügend große, weithalsige Prä-paratengläser mit eingeschliffenen Glasstöpseln, auf deren BodenSchwefelsäure oder Chlorkalzium kommt. Eingestellt wird ein leeresGlas zur Aufnahme der Objektträger. Oft dauert hierbei das Trocknenlängere Zeit. Schneller kam ich zum Ziel bei Benutzung eines Objekt-trägers mit aufgekittetem Glasring als Mikroexsikkator. In die Fassungkommt Schwefelsäure oder Chlorkalzium, der abgeschliffene Rand desGlasringes wird etwas eingefettet, und das Deckglas oder der Objekt-träger mit dem Niederschlag oder dem Sublimate nach unten wird auf-
x ) L. Buscalioni e G. Pollacci, L'applicazione delle pellicole di collodioallo studio di alcuni processi fisiologici nelle piaute ed in particolar modo allatraspirazione, Atti del istituto botanico Pavia, 1902, VII S. 1.
2 ) L. Jost, Bot. Ztg., 1902, LX 2 , S. 266.
8 ) L. Flügel, Arch. f. mikr. Anat., VI, S. 489.
4 ) Gr. Lagerheim, Färgardt kaffe och dess undersükning, Svensk Farm.Tidskrift, 1905, Nr. 12.