16
Allgemeiner Teil.
weiter Glasring aufgekittet ist (hierzu können die für die Differential-diagnose der ätherischen Öle angegebenen Objektträger benutzt werden,s. d., sowie die im Handel befindlichen „feuchten Kammern", Fig. 3).Vielfach läßt sich die Reaktion auf einem Deckgläschen ausfuhren.Das Deckgläschen mit dem Präparate wird zur Dauerbeobachtung aufeinen ausgehöhlten Objektträger gelegt, den man um die Aushöhlungetwas eingefettet hat. Nicht zu empfehlen ist jedoch ein Aufheben
der Präparate in der gebräuchlichenWeise unter einer großen Glasglocke,deren Unterlage feucht gehalten wird.
Man versäume nicht, diese Präparategenau zu signieren, sei es mit Fettstift,mit chinesischer Tusche oder mit Papier-etiketten.
Fig. 3. Feuchte Kammer mit Mufg-ckitteterZelle. Grübler & Co, Leipzig.
10 Stück = 3M.
Auszüge, aus Schnitten oder Pflanzenpulvern mit geeignetenLösungsmitteln hergestellt, werden im allgemeinen seltener untersucht.Die Extraktion geschieht in einfachster Weise in einem ausgehöhltenObjektträger (Fig. 4). Um zu schnelle Verdunstung des Lösungsmittelszu verhindern, bedeckt man mit dem Deckglase. Auch mit gewöhn-lichen Deckglaspräparaten lassen sich Auszüge herstellen. Von einemFiltrieren wird man in den meisten Fällen absehen können. Beiquantitativen Arbeiten ist Filtrieren der Auszüge jedoch unerläßlich.
Meist wird eine Saugfiltrier-vorrichtung benutzt, welcheaus einer kleinen Glasglockebesteht, die oben 2 Öffnungenbesitzt und auf einer Glas-platte ruht. Die eine Öffnungfaßt die Filtrierkapillare, wel-che oben zur Aufnahme des(anzufettenden) Filterchenstrichterförmig erweitert istund unten am Abfluß schrägausläuft. Durch die zweite Öffnung führt ein Glasrohr zur Wasserstrahl-pumpe. Das Filtrat wird in kleine Reagenzgläschen, Schälchen oder inausgehöhlte Objektträger aufgefangen.
Mit dieser Saugpumpe oder mit einer kleinen, ebenso ausgerüstetenW T oulfschen Flasche läßt sich Filtration und Extraktion in be-quemer Weise verbinden, wie es Grutterink 1 ) ausführt. In den
Fig. t. Ausgehöhlter Objektträger zum Ausziehen von
Schnitten und Pulvern, auch als feuchte Kammer zu
benutzen. Grübler & Co., Leipzig.
10 Stück = 1,20 M.
*) A. Grutterink, beitrage zur mikrochemischen Analyse, Dissertation,Rotterdam 1910, S. 34.