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Pflanzenmikrochemie : ein Hilfsbuch beim mikrochemischen Studium pflanzlicher Objekte ; mit 137 Abb.
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VII
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Vorwort

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sich wiederholt gezeigt, daß eine genaue Bestimmung verschiedenerPulver auf rein anatomischem Wege nicht nur unvollständig, sonderngeradezu unmöglich ist. Hierzu kommt, daß nur mikrochemischeReaktionen uns darüber aufklären, ob einem Pulver die wirksamenBestandteile entzogen sind, und daß in neuerer Zeit vielfach Pulver inden Handel kommen, bei denen die diagnostisch brauchbaren Charakteredurch eine zu weitgehende Zerkleinerung derart zerstört sind, daß dieanatomische Untersuchung unmöglich wird. Auch bei unzerkleinertenDrogen führen mikrochemische Reaktionen oft weit schneller, dochebenso sicher zum Ziele wie makrochemische Untersuchungen. Über-dies liegen in den weitaus meisten Fällen die wirksamen Bestandteilein den Zellinhalten und schon aus diesem Grunde sollte das mikro-chemische Studium mehr wie bisher Berücksichtigung finden. Seitlangem zieht man die Mikrochemie bei der Untersuchung derNahrungs- und Genußmittel mit Erfolg heran und auf dem Gebieteder Prüfung von Papieren und Pflanzenfasern kann man ohne sienicht auskommen. Eine eingehende mikrochemische Vorprüfung derzu untersuchenden Objekte wird für den Chemiker ebenfalls nur vonVorteil sein; sie wird den zu wählenden Untersuchungsgang bestimmenund während der Untersuchung Aufklärung geben, ob die benutzteMethode zuverlässig ist, ob nicht etwa bei Membranstudien Zellinhaltemit verarbeitet worden sind u. a. Nur zu oft greift der Chemiker erstsehr spät zum Mikroskop, nicht selten nur, umKristalle" zu suchen.Selbst auf dem schwierigen Gebiet der Harze, deren Erforschung wirTschirch verdanken, sind die Anfänge gelegt: man kann einige derhäufig auftretenden Harzkörper auf einfache Weise mikrochemischnachweisen. Nicht zu entbehren ist schließlich die Mikrochemieüberall dort, wo nur geringe Mengen zur Verfügung stehen, oder dasMaterial aus irgend einem Grunde geschont werden muß. Wie vieleHarze werden nicht untersucht, weil sie nur in kleineren Mengen odernur in Sammlungsstücken zur Verfügung stehen? Bei seltenen Ob-jekten (Mumienharzen) ist in Zukunft eine aufklärende Voruntersuchungauf mikrochemischem Wege dringend geboten, damit nicht diemakrochemische Untersuchung wertvolle, schwer zu beschaffende Objekterestlos verarbeitet und eine Nachprüfung ausschließt. Auf die Be-deutung der reinen Pflanzenmikrochemie braucht nicht eingegangen zuwerden, denn es ist allgemein bekannt, daß sich unser Wissen über dieZelle zum großen Teile auf mikrochemische Studien aufbaut.

Wir sehen, die Pflanzenmikrochemie ist nicht nur für den Botaniker,Pharmakognosten, Apotheker, Nahrungsmittel- u. Phytochemiker, sondernfür alle, die sich mit der Untersuchung pflanzlicher Objekte beschäftigen,unentbehrlich. Man sollte meinen, daß dieses Gebiet eine Bearbeitung