Druckschrift 
4 (1921) Übungspräparate
Entstehung
Seite
88
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Sapo kalinus. Kaliseife.

Sapo kalinus. Kaliseife.

Ausgangsmaterial:

86 g Leinöl;116 g Kalilauge; KOH = 66,11.

10 g Weingeist.

Darstellung. Man erhitzt 86 g Leinöl und 116 g Kali-lauge in einer tarierten Porzellanschale unter Umrührenauf 70 ° und fügt dann die 10 g Weingeist hinzu; dann er-hitzt man weiter unter Umrühren so lange, bis eine Probeder Seife in Wasser und Weingeist klar löslich ist, woraufdie Verseifung beendigt ist. Die Beendigung der Ver-seifung erkennt man auch daran, daß die emulsionsähn-liche Mischung durchscheinend wird. Durch Abdampfenoder durch Zusatz von heißem Wasser bringt man das Ge-wicht auf 200 g. Um zu verhindern, daß die fertige Seifenoch ungebundenes Kaliumhydroxyd enthält, bestimmtman am besten vorher die Verseifungszahl des betreffendenLeinöls und berechnet aus ihr die Menge der Kalilauge(s. Bd. III).

Chemischer Vorgang. Das Leinöl, das wesentlich aus den Gly-eerinestern der Leinölsäure (C 17 H 31 COO) 3 C 3 H 6 und der Linolein-säure (C 17 H 2 9COO) 3 C 3 H 5 besteht, wird durch die Kalilauge zer-legt unter Bildung der Kalisalze der betreffenden Säuren und vonfreiem Glycerin; z. B.:0 17 H 31 COO CH 2

CH 31 COO CH + 3KOH = 3C 17 H 31 COOK + C 3 H 6 (OH) 3

Leinölsaures Kalium Glycerin

C 17 H 31 COO. CH 2

Leinölsäureglycerin-ester

Durch den Zusatz von Weingeist wird die Verseifung beschleu-nigt; er verflüchtigt sich während des Erhitzens vollständig, sodaß die Bestandteile der Kaliseife neben Wasser leinölsaures undlinoleinsaures Kalium und Glycerin sind.

Eigenschaften. Kaliseife ist eine gelbbräunliche, durch-