Liquor Ferri sesquichlorati. Eisenchloridlösung. 75
Durch das wiederholte Abdampfen werden überschüssige freieSalpetersäure, freie Salzsäure, freies Chlor und die Stickoxydoentfernt.
Eisenchlorid gibt mit Kaliumferricyanid in Wasser mit braunerFarbe lösliches ferri Cyanwasserstoff saures Eisenoxyd:
FeCl 3 | K 3 Fe(CN) 6 = FeFe(CN) ö + 3KCl;
Ferriferricyanid
solange noch Uxydulsalz in der Lösung vorhanden ist, fällt derblaue Niederschlag von Ferroferricyanid = Turnbullsblau:
3FeCl 2 + 2K 3 Fe(CN) c = Fe 3 [Fe(CN) 6 ] 2 + 6KC1.Turnbullsblau
Die Umsetzung zwischen Ferrosulfat, Salpetersäure bzw. sal-petriger Säure und Schwefelsäure verläuft nach den Gleichungen:
«FeS0 4 + 2HN0 3 + 3H 2 S0 4 = 2NO + 3Fe 2 (S0 4 ) 3 + 4H 2 0 ,2FeSü 4 + 2HN0 2 + H 2 S0 4 = 2 NO + Fe 2 (S0 4 ) 3 + 2H 2 0 .
Das farblose Stickoxyd NO löst sich in noch unverändertemFerrosulfat mit tiefbrauner Farbe auf.
Eigenschaften. Eisenchloridlösung ist klar, gelbbraunund schmeckt stark zusammenziehend; spezifisches Ge-wicht 1,280—1,282. In verd. Eisenchloridlösung ruftSilbernitrat einen weißen Niederschlag von Chlorsilber,KaliumferroCyanid einen blauen Niederschlag von Ferri-ferrocyanid = Berlinerblau hervor:
FeCl 3 + 3 AgN0 3 = 3 AgCl + Fe(N0 3 ) 3 .4FeCl 3 + 3 K 4 Fe(CN) 6 = Fe 4 [Fe(CN) 6 ] 3 + 12 KCl.
Prüfung. Wird der Eisenchloridlösung ein mit Ammoniak-flüssigkeit benetzter Glasstab genähert, so dürfen sich keine Nebelbilden (freie Salzsäure, HCl + NH„ = NH 4 C1), und ein mit Jod-zinkstärkelösung getränkter Papierstreifen darf sich bei Annähe-rung an die Eisenchloridlösung nicht bläuen (freies Chlor, sal-petrige Säure, 2 Cl + Zn J 2 = 2 J + ZnCl 2 ; H J + HN0 2 = J+ NO + H 2 0).
Werden 3 Tropfen Eisenchloridlösung mit 10 ccm Vio n-Na-triumthiosulfatlösung zum Sieden erhitzt, müssen sich beim Er-kalten einige Flöckchen Eisenhydroxyd abscheiden; Erklärungmit Formeln s. Bd. I.