74 Liquor Ferri sesquichlorati. Eisenchloridlösung.
säurefreien Ferrosalzlösung leicht unlösliches basisches Eisensalzabscheiden kann. Die Oxydation des Eisenchlorürs mit der Sal-petersäure-Salzsäure nehme man wegen der großen Gif tigkei tder sich entwickelnden Stickoxyde ebenfalls unter dem Abzug —mit brennender Lockflamme — vor. Den Kaliumferricyanid-kristall wasche man vor dem Lösen mit Wasser ab; das Salz istdurch das Licht an der Oberfläche fast immer zu Kaliumferro-cyanid reduziert, das mit dem Eerrichlorid eine Blaufärbung —Berlinerblau — geben würde.
Chemischer Vorgang. Eisen löst sich in der Salzsäure auf zuEisenchlorür FeCL unter Freiwerden von Wasserstoff:
Fe-Nach der Gleichung
55,85
!HC1= FeCL + 2H.
72,94 = 100 : x
erfordern 100 g Fe 130,6 g IICl-Gas = 522,4 g 25proz. Salzsäurezur Lösung. Bei den vorgeschriebenen Gewichtsverhältnissen istalso Eisen in großem Überschuß vorhanden, die 400 g Salzsäurekönnen nur 76,6 g Fe auflösen; dadurch wird vermieden, daß etwadas Eisen verunreinigende Metalle (Mangan, Kupfer, Blei) sichauch auflösen. Durch die Einwirkung dos aus dem Salpetersäure-Salzsäuregemisch frei werdenden Chlors wird das EisenchlorürFeCl 2 in Eisenchlorid FeCI 3 übergeführt:
3FeCl 2 + 3 HCl + HN0 3 = 3 FeCL, + NO + 2H 2 0 .
Das Stickoxyd NO ist ein farbloses Gas, das sich anfangs in nochunveränderter Ferrosalzlösung mit tiefdunkelbrauner Farbe auf-löst. Durch das Erhitzen wird das Stickoxyd aus der Flüssig-keit ausgetrieben und verbindet sich dann mit dem Sauerstoff derLuft zu dem gelbroten Stickstoffdioxyd N0 2 .
Nach der Gleichung
3Fe : HN0 3 = 100 : x(3 • 55,85) : 63,02 = 100 : x
erfordern 100 g Fe theoretisch 37,5 g lOOproz. = 150,0 g 25proz.Salpetersäure; die vom Arzneibuch vorgeschriebenen 135g ge-nügen indessen vollständig, weil das in großen Mengen sich bil-dende Stickstoffdioxyd N0 2 sich mit Wasser wieder zu Salpeter-säure und salpetriger Säure umsetzt, 2N0 2 + H 2 0 = HN0 3+ HN0 2 . Die salpetrige Säure wirkt ebenso oxydierend wie dieSalpetersäure.