Liquor Perri sesquichlorati. Eisenchloridlösung. 73
handen ist. Um die letzten Beste Salpetersäure zu ver-jagen, muß man achtmal und mehr eindampfen; da dabeiauch Chlorwasserstoff entweicht und sich Eisenhydroxydbildet — FeCL, + 3H 2 0 = Fe(0H) 3 + 3HC1 —, das mitdem Eisenchlorid Eisenoxychlorid, xFeCl 3 + yFe(OH) 3 ,bildet, gebe man mit dem Wasser jedesmal 1—2 ccm Salz-säure hinzu; die überschüssige Salzsäure geht beim Ein-dampfen leicht weg. Ist alle Salpetersäure entfernt, wirddie Flüssigkeit vor dem Erkalten mit Wasser bis zumlOfachen Gewicht des darin gelösten Eisens verdünnt.
Ausbeute rund 750 g Liquor Ferri sesquichlorati.
Nach Frerichs läßt sich das häufige Abdampfen und Prüfenauf Salpetersäure umgehen, wenn man die Eisenchlorürlösung miteiner Salpetersäuremenge, die 3—5% kleiner ist als die berech-nete, unter Luftabschluß oxydiert und den Rest des Eisenehlorürsdurch Chlor in Eisenchlorid überführt. Zu der wie nach der erstenVorschrift erhaltenen filtrierten Eisenchlorürlösung gebe man auf100 g Eisen 260 g Salzsäure (25%) und 145 g Salpetersäure (25%),verschließe den Kolben mit einem Stopfen mit Sicherheitsrohr, indem sich einige Tropfen Wasser befinden, und erhitze im Wasser-bade. Nach beendigter Reaktion erhitzt man die Flüssigkeit aufdem Drahtnetz, bis alles Stickoxyd ausgetrieben ist. Dann leitetman auf dem Wasserbad bei 60—70° so lange Chlor ein, bis einherausgenommener Tropfen nach dem Verdünnen mit 10 TropfenWasser und 1—2 Tropfen Salzsäure auf Zusatz von 1 Tropfenfrisch bereiteter Kaüumferricyanidlösung keine Blaufärbung mehrgibt. Dann dampft man zur Vertreibung des freien Chlors und desChlorwasserstoffs die Lösung unter Umrühren einmal ein, für je100 g gelöstes Eisen auf etwa 480_g und verdünnt mit Wasser aufdas 10 fache des gelösten Eisens. Über die Darstellung des Chlorss. S. 21.
Das Auflösen des Eisens in der Salzsäure nehme man wegen dessich entwickelnden Wasserstoffs und der übelriechenden Kohlen-wasserstoffe unter dem Abzug — aber ohne Lockflamme, umeine Entzündung des Wasserstoffes zu vermeiden — vor. Beieinem Arsengehalt des Eisens enthält das Gas auch den sehr gif-tigen Arsenwasserstoff, der entweicht. Die Eisenchlorür-lösung ist noch warm zu filtrieren, da sich in der Kälte in der