58 Hydrargyrum bichloratum. Quecksilberchlorid.
(vgl. Pastilli Hydrargyri bichlorati Bd. I und III). Inder 'wäßrigen Lösung des Quecksilberchlorids bewirktSilbernitrat den weißen Niederschlag von Chlorsilber[HgCl 2 + 2AgN0 3 = 2AgCl + Hg(N0 3 ) 2 ], überschüs-siges Schwefelwasserstoffwasser den tiefschwarzen Nieder-schlag von Schwefelquecksilber; bei Überschuß von Queck-silberchlorid bildet sich in letzterem Falle zunächst weißesQuecksilbersulfochlorid Hg 3 S 2 Cl 2 , das bei weiterem Ein-leiten von Schwefelwasserstoff sich dunkler, gelb bis braunfärbt und schließlich in das schwarze HgS übergeht 1 ).
2H 2 S
Hgd;g;°i-MHci,
3HgC]. 2 -r-xx 2U = xx 8Xs . Hg . cl -
Hg 3 S 2 Cl 2 + H 2 S = 3HgS + 2 HCl.
Quecksilberchlorid wird in trockenem Zustande vom
Licht nicht zersetzt, in wäßriger Lösung dagegen wird es bei
Einwirkung von Licht allmählich zum Teil reduziert zu Kalo-
mel, der sich als unlöslicher weißer Bodensatz abscheidet.
Prüfung. Verunreinigungen und Verfälschungen, wie Schwer-spat, Alkalisalze, Calciumsulfat, ergeben sich von selbst bei derFeststellung der obigen Identitätsreaktionen. Auf Arsen prüftman, indem man 1 g Sublimat in 60 g Wasser löst, mit Salzsäureansäuert und mit Schwefelwasserstoff vollständig ausfällt; manfiltriert den Niederschlag ab, wäscht ihn mit Wasser vollständigaus und extrahiert ihn mit warmer Ammoniaktlüssigkeit; dasFiltrat darf beim Ansäuern mit Salzsäure weder eine gelbe Färbungannehmen noch eine gelbe Ausscheidung, herrührend von Schwefel-arsen As 2 S 3 geben.
As 2 0 3 + 3H 2 S = As 2 S 3 + 3H 2 0 ,As 2 S 3 + 6NH 4 OH = (NH„) 3 As0 3 + (NH 4 ) 3 AsS 3 + 3H 2 0 ,
2(NH 4 ) 3 AsS 3 +6HCl =
6NH 4 C1+3H 2 S.
Vgl. die Prüfung von Sulfur depuratum, praecipitatum undStibium sulfuratum aurantiacum auf Arsen (Bd. I).
Will man eine quantitative Bestimmung des Quecksilbers aus-führen, so sammle man den aus einer genau gewogenen Menge
x ) Vgl. Toxikologische Chemie, diese Sammlung Bd. 465.