schwefelsaure, Kreosolschwefelsäure etc.), da diese die MilionscheReaktion besonders stark geben 4 ). Auch bei der von Acreekönnen sie Täuschungen veranlassen.
Die zweite dieser Substanzen ist das Harnindikan. Selbst-verständlich ist dies als ein Spaltungsprodukt der Eiweisssubstanzenanzusprechen; aber für uns hier handelt es sich eben darum, dieReaktionen der Spaltungsprodukte von denen der Eiweissstoffeselbst zu unterscheiden.
Die dritte Substanz, welche zu Verwechslung mit Ei weissAnlass geben kann, ist der sogenannte neutral e Schwefel desHarns. Er macht auf 2 Liter Harn etwa 200 mg beim normalenMenschen aus. Bei Verarbeitung von 200 com Harn kommen also20 mg Neutralschwefel in Betracht. Er ist im Harn in Form vonRhodannatrium, sowie von Oxyprotei'nsäure, Alloxyprotei'nsäure undAutoxyprotei'nsäure nach Spaeth enthalten. Bei innerlichen undäusserlichen Schwefelkuren kann ihre Menge vermehrt sein. DieOxyprotei'nsäure gibt die Reaktion von Adamkiewicz.
C. Literatur über das Vorkommen von Eiweiss im Harn.
Im normalen Urin gelingt es gewöhnlich nicht, durch eineder angeführten Proben Eiweiss aufzufinden. Man hat deshalb,indem man einige ältere entgegenstehende Angaben als auf fehler-hafter Basis beruhend ansah, früher jede Albuminurie als patho-logisch angesehen und sie als Folge einer gestörten Blutmischung(dyskrasische, haematogene Albuminurie) oder eines Nierenleidens(nephrogene Albuminurie) betrachtet. Später hat man sogar dieerste Ursache ganz fallen lassen und jede Albuminurie als einZeichen von Morbus Brightii angesehen. Diese Ansicht hat sichin dem Masse, als man den Urin häufiger und sorgfältiger zu unter-suchen anfing, immer mehr als irrig herausgestellt und in neuesterZeit haben sich die früher vereinzelten Angaben über Auftretenvon Eiweiss in solchen Mengen, dass es durch die gewöhnlichenReaktionen nachweisbar ist, nicht nur ohne nachweisbare Nieren-leiden, sondern ohne überhaupt nachweisbare andere Erkrankungenmehr und mehr gehäuft"' 7 > 8 > 9 ), so dass man nicht mehr be-rechtigt ist, die Albuminurie als eine unter allen Umständenkrankhafte Erscheinung anzusehen. Dazu kommt, dass es inneuerer Zeit wiederholt gelungen ist 11 - 12 > 13 - 14 > 15 > 1{i - 17 > 18 ), in ganznormalem Urin, welcher mit diesen Reaktionen keinen Eiweiss-gehalt erkennen liess, durch Bearbeitung grosser Mengen Urins,