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Über das normale Harneiweiß
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otto Lang Heinrich: Ueber das normale Harneiweiss.

A. Einleitung.

Die Frage, ob der normale menschliche Harn eine zucker-artige Substanz enthält, ist nach langem Hin- und Herstreitenjetzt dahin entschieden, dass sich in der Tat bei Verarbeitunggrösserer Mengen von normalem Harn daraus ein Kohlehydrat ge-winnen lässt.

Die analoge Frage, ob der normale menschliche Harn auchSpuren einer Eiweisssubstanz enthält, ist noch strittig. Die nach-stehende Untersuchung soll ein kleiner Beitrag zur Lösung diesersowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht wichtigenFrage liefern.

B. Die hier in Betracht kommenden Eiweissreaktioneü und dieSubstanzen des Harns, welche zu Verwechselungen führen.

Als gebräuchlichste Methoden, um in pathologischen FällenBiweiss im Harn nachzuweisen, gelten folgende FällungsreaJctionen:

1. Kochprobe: Man erwärmt den Urin im Reagenzglasund setzt Salpetersäure hinzu. Bleibende Trübung bezw. erst nachdem Zusatz der Salpetersäure entstehender Niederschlag ist Ei-weiss 1 ).

2. Probe mit Essigsäure und Ferrocyankalium 1 ): Mansetzt im Reagenzglas zu dem kalten Harn einige Tropfen Essig-säure und tropfenweise 5°/oige Ferrocyankaliumlösung, es tritt beiAnwesenheit von Eiweiss sofort oder nach einigen Minuten flockigerNiederschlag auf.

3. Hellersehe Probe 1 ): Unterschichtet man den eiweiss-haltigen Urin mit Salpetersäure, so entsteht an der Berührungs-stelle beider Flüssigkeiten eine scheibenförmige, weisse Trübung.

J ) Fussnoten siehe am Ende der Arbeit.