4. Probe mit Sulfosalieylsäure 1 ): Eine 20°/oige Lösungvon Sulfosalieylsäure gibt Trübung mit den geringsten Mengenaller Eiweissarten.
Von den Farbenreaktionen auf Eiweiss seien folgendeerwähnt:
5. Biuretprobe: Fügt man zu dem Eiweiss eine reich-liche Menge Natronlauge und überschiehtet man mit einer starkverdünnten Lösung von Kupfersulfat, so entsteht bei den nativenEiweisskörpern eine blau- bis rotviolette Färbung. Die Reaktionist bedingt durch Polypeptidgruppen 2 ).
6. Reaktion von Adamkiewicz: Fügt man zu dem Ei-weiss etwas Glyoxylsäure und dann konzentrierte Schwefelsäure,so tritt eine violette Färbung auf. Die Reaktion ist bedingt durchdie Tryptophangruppe des Eiweisses 5 ).
7. Millonsche Probe: Kocht man Eiweiss mit dem so-genannten Millonschen Reagenz (Lösung von salpetersaurem Queck-silberoxyd, die etwas salpetrige Säure enthält), so färbt sich dieFlüssigkeit rosa bis schwarzrot. Die Reaktion beruht auf der An-wesenheit der tyrosinbildenden Gruppe im Eiweiss 2 ).
8. Reaktion von Acree: Man setzt zu dem Eiweisskörpereine geringe Portion stark verdünnter Formal dehydlösung(1 : 5000). Unterschichtet man nun mit konzentrierter Schwefel-säure, so entsteht eine violette Zone. Acree sagt über seine Reaktionfolgendes: Bei Versuchen, eine Farbprobe auf Proteide aufzufinden, diezuverlässiger ist als Biuret, wurde ermittelt, dass die Formaldehyd-verbindung eines jeden der untersuchten Proteide mit konzentrierterSchwefelsäure eine violette Färbung gibt, während keine andereKörperklasse in der Weise reagiert. Proteide gaben bei Vergleichs-proben, bei denen an Stelle der Formaldehydlösung Wasser ge-nommen wurde, niemals eine Färbung, dagegen wurden bei einigenanderen untersuchten Substanzen gefärbte Verbindungen gebildet.Untersuchte Tryptophanproben gaben rotviolette, bei Abwesenheitvon Formaldehyd hellgrüne Färbungen :! ).
Ueber die Reaktionen von Liebermann, von Molisch etc.wird weiter unten geredet werden.
Mit den Eiweissreaktionen sind aber nicht die Reaktionendreier anderer Substanzen zu verwechseln, welche normaler Weiseim Harn vorkommen.
Die erste Substanz bezw. Substanzgruppe des Harnes, welche
kann, sind die Phenole (Phenol-
zu Verwechslungen führen