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2 (1854)
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Serum Lactis.

Serum Lactu SDtotfen.

I

Nimm:' Kuhmilch drei Pfund.Wenn sie erwärmt ist, füge eben beim Eintreten des Kochens

einen Scrupel gepulverte Weinsteinsäurehinzu. Nachdem die Gerinnung stattgefunden, colire die Flüssig-keit nach dem Erkalten.

Sie sei trüb, gelblich weiss, von nicht saurem Geschmacke.

■,

Die Milch der Säugethiere ist bekanntlich eine weisse, undurchsichtigeFlüssigkeit. Betrachtet man dieselbe unter dem Mikroskope, so sieht man eineMenge kleiner Kügelchen von 0,01 — 0,03 Millimeter Durchmesser, welche dieUrsache der eigenthümlichen Undurchsichtigkeit der Milch sind. Die Kügel-chen enthalten Fett, welches von einer sehr feinen Haut eingeschlossen ist.Wird die Irische Milch ruhig stehen gelassen, so sammelt sich ein sehr grosserTheil des Fettes, weil es leichter ist, auf der Oberfläche, und bildet den Rahm.Schüttelt man Milch mit Aether, so löst sich das Fett nicht auf, weil es durchdie Hülle vor- der Berührung mit Aether geschützt ist, setzt man aber gleich-zeitig Essigsäure zu und erwärmt, so bist sich die Haut auf und das Fett wirdvom Aether aufgenommen.

Die Milch enthält ausser dem Fett in Lösung noch Casein, Milchzuckerund viele Salze, ph isphorsaure Alkalien und Erden, kohlensaure Alkalien, Koch-salz. Das Casein ist der charakteristischste Stoff der Milch der Säugethiei v -Versetzt man die Milch mit ihrem gleichen Volum Wasser und Salzsäure, so»cheidef sich ein voluminöses Coagulum von einer gelblichen klaren Flüssigkeit.Vertheilt man den Niederschlag in Wasser und prcsst ihn wiederholt ab, ver-mischt denselben hierauf mit reinem Wasser, so löst sich das Casein aulund kann durch Filtration von beigemengtem Fett befreit werden. Auf Zusatzvon kohlensaurem Natron scheidet sich aus dem Fillrat das gelöste Casein ab.

Das Casein in seiner löslichen Modifikation löst sich sowohl in alkalischenFlüssigkeiten als in sehr verdünnten Säuren auf, aber nicht in Wasser. Bringtman diese CMeinlösungen, die sehwach alkalischen bei gewöhnlicher Tempera-tur, die schwach sauren bei etwa 40" R. (50° C.) mit der Schleimhaut des Kal-bcrmagcns (Lab) in Berührung, so sehlägt sich das Casein nieder, indem esdurch diesen, als Ferment wirkenden Körper in die unlösliche Modification über-geht. Aber auch durch Säuren wird das Casein aus alkalischen Lösungen ge-lallt selbst durch Essigsäure und andere organische Säuren, sobald die' alkalischeReactlon durch die Säure aufgehoben ist. Ein kleiner Ueberschuss von Salz-oderSchwefelsäure löst den Niederschlag wieder auf; durch Zusatz einer grösserenMenge von Säure entsteht wieder ein Niederschlag, weil das Casein in ooncen-trirteren Säuren unlöslich ist. Der letzte Niederschlag enthält die angewendet»'Säure in Verbindung mit Casein. Versucht man denselben auszuwaschen, soquillt er auf und löst sich zuletzt, namentlich in der Wärme, ganz in dem Wasserauf. Diese Lösung wird durch Neutralisation mit Alkali wieder gefällt, dochJöst der geringste Ueberschuss davon das gefällte Casein wieder auf.

Das Casein löst sich auch in Kalk- und Barytwasser auf, beim Erhitzeneoagulirt diese Lösung wie Eiweiss; auch Chlorcalcium, schwefelsaurer Kalk undschwefelsaure Magnesia geben in alkalischer Caseinlösung beim Erwärmen biszum Kochen einen Niederschlag Verdunstet man eine alkalische oder saureLosung von Casein, so überzieht sich die Oberfläche der Flüssigkeit mit einer