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Sapo medicatub.
setze zwei bis drei Tage an einen massig warmen Ort hin, bis dieSeite vollkommen erhärtet erscheint. Nimm sie alsdann heraus, zer-schneide sie in kleine Stückchen und löse sie unter beständigemRühren mit Hülfe der Wärme des Dampfbades in der doppeltenMenge destillirtenWassers auf. Nachdem dies geschehen, füge
drei Unzen Aetznatronflüssigkei thinzu und setze das Gemenge derselben Temperatur unter öfteremUmrühren drei bis vier Stuuden aus. Dann füge hinzu eine fil-trirte Flüssigkeit aus
sechs Unzen Kochsalz undachtzehn Unzen destillirtem Wasserbereitet, und vermehre die Hitze unter fortgesetztem Rühren bisauf ungefähr 90 bis 100» Cent. (72 bis 80« R.), damit sich dieSeife vollkommen ausscheide.
Nach dem Erkalten nimm die auf der Lauge schwimmendeSeife weg, wasche sie mit destillirtem Wasser ab, presse sie zwi-schen Leinwand allmählig und kräftig aus, trockene sie an einemwarmen Orte aus und bewahre sie, in Pulver verwandelt, in einemwohl verschlossenen Gefässe auf.
Es sei ein weisses Pulver, von nicht ranzigem Gerüche, mildem Geschmacke,von Metallen vollständig, von ätzendem und kohlensaurem Natron, so wie auchvon Kochsalz so viel als möglich frei.
I
II
Durch die vorliegende Vorschrift haben wir gegen andere Pharmacopoeneinen wesentlichen Fortschritt gethan, indem durch die Aussalzung das Glycerin,das überschüssige Natron und die Salze des Natrons entfernt werden, die sonst beider Seife blieben. Auch kann man nun das Oel mit einem Ueberschusse vonNatron behandeln, weil dasselbe wieder entfernt wird, und dadurch jede Gefahrvermeiden, dass unverseiftes Fett in der Seife bliebe, was durch Ranzigwerde "die Seife unbrauchbar machen würde.
Zunächst hat nun die Pharmacopoe statt des sonst üblichen Olivenöls einGemenge aus gleichen Theilen Schweineschmalz und Olivenöl empfohlen. DieSeife wird dadurch etwas fester, und es lässt sich dagegen nichts einwenden, daman sogar aus Schweineschmalz allein eine sehr schöne medieinische Seife dar-stellen kann. Es ist noch im Sinne zu halten, dass diese medieinische Seifeauch die Grundlage des Opodeldocs der Pharmacopoe ist, also hierbei ein dop-pelter Zweck zugleich erreicht werden soll.
Die Vorschrift der Pharmacopoe ist ausführlich genug, um mit Sicherheitdarnach arbeite,, zu können, und man erhält ein tadelfreies Präparat. Will mansie einer Kritik unterziehen, so dürl'tc Folgendes zu bemerken sein.
Die Aetznatronlauge vom speeif. Gewichte 1,335 bis 1,340 ist, zu Concen-trin, und enthält zu wen j g Wasser, um eine vollständige Seifenbildung undDurchdringung der Substanzen zu gestatten. Die Bereitung einer so concen-trirtenLauge verschlechtert diese selbst, indem durch die längere Berührung mitder Luft mehr Kohlensäure aufgenommen wird, und durch die ConcentratioPdie Einwirkung auf zufällig hineinkommende organische Korper kräftiger wird,wodurchPlumussäurebildung undFtobung entsteht. Die Erfahrung beweist, dassdas Ausschüssen jeder Spur organischer Körper praktisch unmöglich ist, indem