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2 (1854)
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Phosphorus.

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darunter. Der Phosphor ist in der Kälte spröde, in mittlerer Temperatur zäh,biegsam, bei der angegebenen Temperatur schmilzt er, erstarrt aber beim Er-kalten noch nicht bei dieser Temperatur, sondern kann weit darunter flüssigbleibend erkalten, wobei er aber durch Berührung mit einem testen Körper, na-mentlich mit einem Phosphorstängelehen, augenblicklich erstarrt.

Der unter Wasser im Tages - oder Sonnenlicht aufbewahrte Phosphor be-deckt sich allmählig mit einer gelb - rothen , dann weissen und undurchsichtigenHaut von 1,515 speeif Gewicht, welche wie Phosphor riecht und im Dunkelnleuchtet. Man hielt dieselbe für ein Phosphorhydrat, wozu jedoch die Versuchenicht berechtigen, indem dieser Körper durch Schmelzen in Wasser ohne Ge-wichtsverlust in durchsichtigen Phosphor übergeht. auch durch Trocknen überSchwefelsäure einen kaum bemerkbaren Verlust erleidet.

Der Phosphor wird immer aus den Knochen warmblütiger Thicre dargestellt.Die Thiere finden denselben in der Gestalt von phosphorsaurem Kalke in derPflanze, wovon sie sich nähren, und diese zieht denselben aus der Erde. Derphosphorsaure Kalk ist sehr allgemein auf der Erde verbreitet, und dennoch er-scheinen wenige Stoffe so selten rein und concentrirt. Seine Abwesenheit bedingteine absolute Unfruchtbarkeit des Bodens. Den phosphorsauren Kalk , welchenwir in den Knochen der Thiere verarbeiten , hat zunächst die Pflanze aus derErde gesammelt und einigermassen gereinigt, und das Thier sammelt aus derPflanze noch einmal diesen Stoff in besonderen Organen, den Knochen, an, worinw 'r ihn antreffen. Ohne dies Sachverhaltes« würde der phosphorsaure Kalktrotz seiner grossen Verbreitung dennoch ein sehr kostbarer Stoff sein , da esschwierig ist, ihn unmittelbar aus dem Erdboden in grösserer Menge darzustellen,weil er mit so vielen anderen, zum Theil chemisch ähnlichen Stoffen ver-mengt ist.

In den Knochen wird zunächst die Leimsubstanz durchBrcnncn im offenen Feuervon Oefen zerstört, und die davon herrührende Kohle entweder ganz weggebrannt,w eiss gebrannte Knochen Comu Certripraep., oder auch unverbrannt darin gelassen,schwarz gebrannte Knochen, Knochenkohle, Ebur ustum mgrum. Beide sind zurDarstellung des Phosphors lauglich. Der phosphorsaure Kalk der Knochen wirddurch Digestion mit Schwefelsäure in Gyps und sauren phosphorsauren Kalkzersetzt. Bei der Darstellung der Phosphorsäure (t, S. 90 u. tlgdc.) ist ausein-andergesetzt, dass man durch keinen noch so grossen Zusatz von Schwefelsäureallen Gehalt an Kalk in der Gestalt von Gyps fidlen könne. Eine solche voll-ständige Fällung kann auch bei der Darstellung des Phosphors nicht beabsichtigtwerden, indem die reine Phosphorsäure zu flüchtig ist, um diejenige Temperaturanzunehmen , bei welcher die Zersetzung der Phosphorsäure durch Kohlenstoffstattfindet. Es giebt der Gehalt an Kalk der Phosphorsäure erst diejenige Feuer-"estandigkeit , welche zur Reduction derselben nöthig ist. Es wird demnach dieosung des sauren phosphorsauren Kalkes zur Syrupdicke eingedampft, dann ein1 rittheil Kohlenpulver beigemengt, das Gemenge zur Trockenheit gebracht undalsdann in thönernen Retorten bei der stärksten Weissglühhitze der Destillationausgesetzt. Es ist durchaus nothwendig, bei dieser Operation sauren phosphor-sauren Kalk und nicht reine Phosphorsäure .zu verwenden. Das saure Salz lässtsich wasserfrei erhalten, die Phosphorsäure aber nicht. Dieser Wassergehaltwürde bei der Reduction die Bildung von Phosphorwasserstoffgas, und demnacheinen Verlust von Substanz veranlassen. Auch würde sich ein grosser Theil desPhosphorsäurehydrats unzersetzt verflüchtigen. Es hat demnach der Kalkgehallden Zweck und Erfolg, eine grössere Feuerbeständigkeit zu bedingen. Die Be-sehreibung des Manuellen bei dieser rein chemischen Fabrikation liegt nicht imSinne dieses Werkes und muss der technischen Chemie vorbehalten bleiben. DiePhosphorsäure zersetzt sieh bei sehr hohen Temperaturen mit Kohle in Kohlen-

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