Natrum nitricum depuratum. 165
Rinc Analyse von Hofstetter ergab in 100 Theilen:
Salpetersaures Natron .... 94,291
Chlornatrium ....... 1,990
Schwefelsaures Kali..... 0,239
Salpetersaures Kali..... 0,420
Salpetersaure Bittererde . . . 0,858
Unlösliche Bestandteile . . . 0,203
Wasser......... 1,993
" 100,000.
Den Gehalt an Jod kann man nicht in dem rohen Salpeter finden, sondernnur in einer concentrirten Mutterlauge. Man fügt etwas salpetrigsaures Kali,Chloroform oder Schwefelkohlenstoff und verdünnte Schwefelsaure hinzu undschüttelt heftig. Nach dem Absetzen zeigt das Chloroform oder der Schwefel-kohlenstoff eine leicht rosenrothe Farbe. Wenn sie zuweilen nicht sogleich sicht-bar ist, so erscheint sie noch , wenn man die Probe wohl verschlossen und imDunkeln eine Zeit lang stehen lässt. Das in Freiheit gesetzte Jod sammelt sichallmiihlig in dem Chloroform.
Der rohe Natronsalpeter wird vielfach zur Darstellung von Salpetersäureverwendet, und in der Pharmacie dient er zur Darstellung des gereinigten.
Natrum nitricum depuratum.©ercimgtcä fatyeterfauteS Patron.
Nitmm cubicum depuratum. Nif ras natrious depuratus.
Es werde aus rohem salpetersaurem Natron wie dasSteinigte chlorsaure Kali bereitet.
Ks seien weisse, durchsichtige, von Kalk freie Krystallc.
Das gereinigte salpetersaure Natron wird durch Krystallisation dargestellt.Man kann es in grossen oder kleinen Krystallen herstellen, die ersten durcheine ruhige, die zweiten durch eine gestörte Krystallisation. Da das salpetersaureNatron zum officinellen Gebrauche doch gepulvert werden muss, so ist die Her-stellung kleiner Krystalle vorzuziehen, indem es in dieser Form ohne Weiteresz ur Receptur brauchbar ist. Zu diesem Zwecke löse man das rohe, salpetersaureNatron durch Kochen in möglichst wenig Regenwasser oder destillirtem Wasserauf, filtrire durch gutes Filtrirpapier auf einem vorher erwärmten Porcellantrich-ter rasch in eine Porcellansrhalc und rühre die Flüssigkeit mit einem Glas- oderl'orcellanspatel bis zum völligen Erkalten um. Es entstehen kleine feinkörnigeKrystalle von einer Mutterlauge beleuchtet, welche die fremden Salze enthalt.''lese kann in derselben Art entfernt werden, wie bei Kalisalpeter beschriebenJrt. Man bringe das Krystallmehl auf einen mil Baumwolle lose verstopftenlnchter ohne Filtrum und lasse vollkommen abrinnen. Dann drucke man dieMasse fest, ebene sie oben, und bedecke sie mit einer runden Scheibe schlechtdurchlassenden Filtrirpa])iers oder sogar Schreibpapier, mit aufstehenden Rändern,darauf giegse man etwas destillirtes Wasser und lasse abrinnen. Dies wiederholeman noch einigemal. Die kleinen Krystalle sind nun chemisch rein. Sie werdenaul Porcellan an einem warmen Orte getrocknet.
Will man grössere Krystalle erzeugen, so lose man I Natronsalpeter in1% destillirtem Wasser durch Erwärmen auf, filtrire und lasse langsam erkalten.