Natrum carbonicum crudum. 159
Natrum carbonicum crudum.3toI;eö fohlenfaurcS Patron.
Sal Sodae cmdm. Alkali minerale crudum. Carbonas natrims cumAqua crudus. 3lot)e$ minerattfcfyeS ßaugenfalj.
Ein Salz in kristallinischen, weissen, durchsichtigen, an derLuft verwitternden Stücken, von laugenhaftein, etwas kühlendemGeschmack, in zwei Thcilen kalten und gleichen Theilen siedendenWassers löslich, aus Natron, Kohlensäure und Wasser bestehend,naufig niit schwefelsaurem Natron, Kochsalz und Scliwefelnatriiunvermischt. Es wird in chemischen Fabriken bereitet. DasMetallen verunreinigte soll verworfen werden.
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Man könnte zweifelhaft werden, was für ein Salz die I'harmacopoe hierweinte. Indem sie es krystallinisch nennt, würde man es für das gewöhnlichekrystallisirte kohlensaure Natron mit 10 At. Wasser halten; da es aber häufigSchwefelnatrium enthalten soll, würde man es für das ohne Krystallisation zurtrockne eingekochte Salz halten, welches unter dem Namen calcinirte Soda vor-kommt. In dem krystallisirten Salze habe ich niemals Schwelelnatnum gelünden.»Jas Synonymon Carbonas natiicus cum Aqua mag den Ausschlag geben, dass( 'as zehnfach gewasserte Salz darunter zu verstehen sei.
Das rohe kohlensaure Natron wird nur in chemischen Fabriken gemacht.Wer dabei befolgle Process füllt ein grosses Capitel in der technischen Chemieund gehört offenbar nicht in die pharmaceutische. Wir verweisen auf Knapp's,j elnbuch der chemischen Technologie 1. Bd S. 22Ö, wo alles dahin Gehörige,n lichtvollem Vortrage gelehrt wird. Da das rohe kohlensaure Natron die imTexte genannten Verunreinigungen, mit Ausnahme des Schwefelnatriums, fast'rnmer enthält und enthalten darf, so überheben wir uns der näheren IVufungs-niethode, die übrigens dieselbe ist, wie bei dem gereinigten Salze.
ISci dieser Gelegenheit will ich darauf aufmerksam machen, dass es vonpeeuntärem Nutzen ist, sich der oben erwähnten calcinirten Soda zu pharmaceu-tisehen Arbeiten des Laboratoriums zu bedienen. Dieselbe erscheint als einweisses oder graues Pulver im Handel und hat einen wechselnden Gehalt vonreinem kohlensauren Natron. Es ist deshalb wichtig, ihren Procentgehalt anfeinem Salze zu kennen Man bestimmt ihn durch den Verlust der Kohlensäureb ei der Zersetzung mit Säuren oder durch das alkalimetrische Verfahren. Wennman 2,41 Gramme Soda abwägt, so entspricht jedes Centigramm (0,01) entwi-chener Kohlensäure einem Procente wasserleeren kohlensauren Natron. Wäredas Salz absolut rein und wasserfrei, so würde es 100 Centigranunen oder1 Gramm Kohlensäure ausgeben.
Eine solche gute Soda des Handels enthält 80 bis 85 Procent reines was-serleeres kohlensaures Natron, während das krystallisirte Salz bei chemischerReinheit nur 37 Procent enthalten kann, indem darin nahe G8 Procent Krystall-wasser enthalten sind. Da es nun bei diesem Salze lediglich auf den Gehalt anchemischer alkalischer Affinität ankommt, so ist einleuchtend, dass man bei An-wendung der calcinirten Soda, wenn ihr Preis nicht ihrem Gehalte entsprechendhoher steht, vorteilhaft arbeiten kann. Der Preis der calcinirten Soda ist abernicht ihrem Procentgehalt entsprechend höher, weil die Entfernung der fremden