Kreosotum.
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riecht sehr durchdringend unangenehm rauchShnKch, nicht stinkend, in verdünn-tem Zustande geräuchertem Fleische oder Bibergeil ähnlich. Der Geruch hattetsehr lange. An Stellen, wo die Haut zart ist, erzeugt es einen weissen Fleckund die Haut löst sich ab. Es ist bei gewöhnlicher Temperatur etwas flüchtig,was sein starker Geruch beweist, es siedet aber erst bei 102,4" R. (203° Cent.).Ohne Docht ist es schwer entzündlich, verbrennt aber dann mit stark russenderFlamme. In der Luft verändert es sich nicht. Es ist in atzenden Alkalienlöslich. Bei gewöhnlicher Temperatur nimmt es '/,„ seines Gewichtes an Wasserauf, dagegen löst Wasser nur 1% Proc. Kreosot auf. Hat man Kreosotwasserdarzustellen, mit bestimmtem Gewichte von Kreosot, so löst man dieses erst ineinigen Tropfen Weingeist und setzt dann das Wasser unter Umschütteln zu.
In Weingeist, Aether, Schwefelkohlenstoff und Eisessig löst es sich in jedemVerhältniss auf.
Es übt eine besondere conservirende Kraft auf Fleisch und thierische Stoffeaus, indem dieselben, mit einer verdünnten Lösung davon bestrichen, eintrock-nen , aber nicht faulen. .Sein Name ist von dieser Eigenschaft abgeleitet. Esist von Reichenbach entdeckt worden. t
Nachdem das nach der Reichenbach'sehen Methode bereitete Kreosotlange Zeit in Gebrauch war, wurde es ohne seinen Namen zu ändern durcheinen ganz anderen Körper verdrangt, der davon wesentlich verschieden ist.Dieser Irrthum wurde durch das oft bis in's Lächerliehe gehende Bestreben, alleStoffe farblos darzustellen, herbeigeführt. Man hatte nämlich bemerkt, dassdas aus Buelienholztlieer dargestellte Kreosot mit der Zeit eine dunkle Färbungannimmt, und dass es durch noch so viele Destillationen wieder farblos hergestellt,minier wieder nachdunkelt. Eine gewisse Aehnlichkeit des Geruches mit dendurch die Destillation des Steinkohlentheers erhaltenen Substanzen führte zuden Versuchen, aus dem Steinkohlentheer Kreosot zu bereiten, welche in sofernvon Erfolg begleitet, als man eine dem Kreosot ähnliche Substanz von vollkom-mener Farblosigkeit erhielt, welche die für die Fabrikanten und Handelsleuteso wünsehenswerthe, für den Gebrauch aber ganz gleichgültige Eigenschaft be-sass, mit der Zeit nicht nachzudunkeln. Bei der Leichtigkeit, womit man grosseMengen Steinkohlentheer aus der Gasbeleuchtung erhielt, wurde bald der Marktmit Steinkohlentheer-Kreosot überschwemmt, das ächte Kreosot nicht mehr be-gehrt, später zurückgewiesen, und konnte nur mit Verlust zu erniedrigten Prei-sen abgesetzt werden. Das Steinkohlentheer-Kreosot hatte allerdings einen et-was verschiedenen Geruch, allein man schrieb dies der Gegenwart eines nebendem Kreosot vorhandenen Körpers zu, so wie man auch in dem IIolztheer-Kreo-sot einen solchen Stoff annahm, welcher die dunkele Färbung durch Oxydationbewirkte, und den man ebenfalls nicht entfernen konnte. In so'ern hatte mannichts verloren, dagegen glaubte man das gewonnen zu haben, dass der fremdeStoff im Steinkohlenthecr-Krcosot nicht das ärgerliche Braunwerden mehr nachsich zog, und dass man eine unveränderliche Waare hatte. Da nun auch diechemis, he Zusammensetzung des ächten Kreosots noch nicht absolut feststand (undnoch nicht, feststeht), so konnte man sich auf analytischem Wege auch keine Ge-wissheit verschallen. Wegen der Aehnlichkeit des Geruches, wegen des Umstandes,«lass das meiste im westlichen Deutschland producirte Kreosot aus Steinkohlentheerherrührte und ohne Widerrede Eingang in die Pharmacie fand, endlich dadurch,'lass Gmelin in seinem vortrefflichen Handbuch der Chemie geradezu Rci-chenbach's Kreosot, Runge's CarbolsKure, und Lanrent's Phänylsäure*)unter dem Capitel Carbolsäure gemeinschaftlich abhandelt, hatte sich unter den
*) Von tpalvm üiurliteii, scheinen (Gasbeleuchtung) und ittij Stoff.