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3 (1906) Sauerstoffhaltige Verbindungen der hydriert-cyclischen Reihe
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Cineol: Vorkommen, Isolierung und Synthese

#1

vorkommt, d. i. das Cajeputöl (aus Arten des Genus Melaleuoa, zurFamilie der Myrtaceen gehörig, dargestellt) und das Oleum Cinae, dasWurmsamenöl, gewonnen aus der Composite Ärtemisia maritima L. var.Stechmanni.

Das Wurmsamenöl (Oleum Cinae) wurde bereits von Tbommsdoeee(Tbommsd. Neues Journ. 3, 312) untersucht. Alsdann beschäftigte sichVoelckel (A. 38, 110) im Jahre 1841 mit diesem Öl; V. fand für das Öldas spez. Gew. 0,936 und stellte fest, daß es hauptsächlich aus einem ein-zigen Bestandteil besteht; aus seinen Analysen berechnet V. die Zu-sammensetzung C 9 H 15 0. In einer späteren Abhandlung (A. 87, 312)kommt V. im Jahre 1853 auf das Wurmsamenöl zurück; er zeigt, daßes bei 170° zu sieden beginnt und daß bereits bei der ersten Frak-tionierung die Hälfte des Öles von 175—180° überdestilliert usw., schließ-lich kann er das Öl bei der Rektifikation hauptsächlich zwischen 175 und180° überdestillieren. „Aus diesen Erscheinungen bei der Destillationdes Wurmsamenöls ergibt sich nun, daß dasselbe größtenteils aus einemÖle besteht, dessen Sdp. bei 175° C. liegt und nur eine kleine Mengeeines gelb gefärbten, durch die Wärme leicht veränderlichen Öles enthält".V. findet für den Hauptbestandteil: d. M = 0,919; nach seiner Analyse be-rechnet sich die Formel C 12 H 20 O. — V. (A. 89 [1854], 358) berichtetferner über einen Kohlenwasserstoff, den er aus dem Wurmsamenöl mittelsP 2 0 5 erhalten hat und den er „Cynen" nennt: Sdp. 173—175°, Zusammen-setzung C 13 H 18 .

Hiezel (Z. für Pharm. 1854, 3, 17, 65, 180; J. 1854, 591) findet, daßder Hauptbestandteil des Wurmsamenöls bei 175° siedet und gibt ihm dieZusammensetzung C u H 19 0 usw. — In späteren Abhandlungen (Z. fürPharm. 1855, 2, 33, 49, 65, 81, 98, 114, 130, 144, 161, 179; J. 1855, 655)berichtet H. über die Einwirkung von Jod auf Wurmsamenöl, wobei ereine Anzahl von Verbindungen erhält, unter denen Oymol C 10 H 16 , Jod-wasserstoffverbindung usw. vorkommen, so daß das Wurmsamenöl aus„Cinaeben" und „Cinaebencampher" bestehe.

Kraut (Ar. 111, 104; Z. für Chem. u. Pharm. 1862, 610; J. 1862,460) kommt zu der richtigen Ansicht, daß das Wurmsamenöl ein Gemengeeines sauerstoffhaltigen Bestandteils C 10 H 18 0 mit wenig Kohlenwasser-stoff darstelle. Durch Oxydation mit Salpetersäure erhält K. Blausäure,Essig-, Oxal-, Terebin- und Phtalsäure, aber keine Toluylsäure, die Hiezelerhalten haben wollte.

Keaüt und Wahleoess (A. 128 [1863], 293) kommen auf das Wurm-samenöl zurück und zeigen, daß das Rohöl bei 100 mm Säulenlänge 2,1°ablenkt; durch fraktionierte Destillation lassen sich die BestandteileC 10 H 18 O und C 10 H 16 nicht trennen, da sie nahezu gleichen Siedepunktbesitzen. Durch Einwirkung von P 2 0 5 auf das Wurmsamenöl erhaltenK. und W. ebenfalls einen Kohlenwasserstoff vom Sdp. 172—174°, das„Cynen" Voelckels, dem sie nun die richtige Formel C 10 H 16 geben.Ferner stellen K. und W. aus dem Wurmsamenöl mittels Jodkalium ein