Cineol: Vorkommen, Isolierung und Synthese
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Formel I stellt ein Dioxyd, und zwar ein a- bzw. /-Oxyd dar, welchesaus dem Pinolglykol gewonnen werden kann. Das Pinol selbst ist einungesättigtes y-Oxyd. Das Cineol (II) kann man als gesättigtes J-Oxyd,entstanden aus dem Terpin, ansehen. Formel III repräsentiert ein un-gesättigtes <?-Oxyd, wie es Semmler in dem Einwirkungsprodukt vonSchwefelsäure auf das Grlycerin des Dihydrocarveols nachwies (vgl. dieses).Aus diesen Angaben können wir Schlüsse auf die Synthese der Oxydeziehen.
Während die Oxyde der aliphatischen Reihe, die demnach keinenPing besitzen, der nur aus Kohlenstoffatomen besteht, in der Natur bishernicht angetroffen worden sind, d. h. soweit wie gesättigte Moleküle inFrage kommen — die ungesättigten Furane werden nach den Benzol-Terbindungen abgehandelt werden —, sind hydriert-cyklische Oxyde, wennauch selten, als Bestandteile ätherischer Öle aufgefunden worden. DieseMoleküle entstehen demnach aus Ringen, die nur aus Kohlenstoffatomenbestehen, und solchen, die außer Kohlenstoff auch Sauerstoff enthalten.Mit Sicherheit ist bisher nur ein einziges Oxyd als Bestandteil ätherischerÖle aufgefunden worden, d. i. das Cineol, während man Pinol, obgleiches in sehr naher Beziehung zum Pinen steht, bisher als Bestandteilätherischer Öle nicht konstatiert hat.
308. Cineol (Eucalyptol, Cajeputol)
CH
H 2 C
C i 0 H 18 0 =
H,C
Vorkommen, Isolierung und Synthese. Das Cineol gehört zu den-jenigen Bestandteilen ätherischer Öle, die in letzteren außerordentlichhäufig vorkommen. Neben dem Salicylsäuremethylester und den Terpenengehört das Cineol zweifellos zu den am weitesten verbreiteten Bestand-teilen. Nichtsdestoweniger hat es verhältnismäßig lange Zeit gedauert,ehe die Konstitution des Cineols erkannt worden war, ein Umstand, derbesonders dadurch bewirkt wurde, daß man erst spät die Beobachtungmachte, daß das Cineol, wie zuerst von Sch. u. Co. festgestellt wurde, auchin festem Zustande zu erhalten ist. Die künstliche Darstellung erfolgteebenfalls frühzeitig, jedoch wußte man nicht, daß das aus dem Terpin-hydrat usw. beim Kochen mit Säuren entstehende Robprodukt Cineol ent-hält. Erst in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts konntedie Identität des Cineols mit einem Bestandteil des letzteren Rohproduktsausgesprochen werden. Es sind besonders zwei Öle gewesen , mit denenman sich frühzeitig beschäftigte und in denen Cineol in größeren Mengen