Druckschrift 
3 (1906) Sauerstoffhaltige Verbindungen der hydriert-cyclischen Reihe
Entstehung
Seite
230
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

230 Ledumkampfer: Vorkommen, Isolierung und physikalische Eigenschaften

Willige (Wiener Acad. Ber. 9 [1852], 302), Feöetoe (J. pr. 82 [1861], 181)untersuchten das Ol näher, ohne jedoch zu wesentlichen Eesultaten zugelangen. Auch Eochledee (Journ. Pharm. Chim. III, 23 [1853], 479)befaßte sich mit der Untersuchung des Öles und glaubte, daß es zum Teiloxydiertes Terpen sei. Tbapp (Z. 1869, 350 und Pharm. Z. für Buß-land 1868, 634) gibt an, daß das durch "Wasserdampfdestillation derBlätter und Blüten von Ledum palnstre gewonnene Destillat eine kristal-linische fettige Masse darstelle und aus einer flüssigen gelben, die sichmit Bisulfit verbinde, und einer kristallinischen seidenglänzenden Verbin-dung bestehe. Derselbe Forscher (B. 8 [1875], 542) beobachtet, daß derLedumkampfer prismatische Kristalle bilde und daß die Analyse auf dieZusammensetzung C 28 H 48 0 hindeute. Über die weiteren Arbeiten diesesForschers vgl. (Pharm. Z. für Eußland 34 [1895], 561 und 661); ebensoIwanow (Pharm. Z. für Eußland 5 [1876], 577); letzterer gibt den Smp.des Ledunikampfers zu 101° an, sowie daß der Ledumkampfer in alko-holischer Lösung rechtsdrehend ist und seine Zusammensetzung entsprecheder Bruttoformel „C 5 H 8 0 2 ".

Hjelt und Collan (B. 15 [1882], 2500) sind der Meinung, daß so-wohl der Gehalt der Pflanze an ätherischem Ol, sowie die qualitativeZusammensetzung des letzteren wesentlich abhängig sei von dem Standortder Pflanze. Der Ledumkampfer, mehrere Male umkristallisiert, verliertden Geruch fast vollkommen; seinen Smp. finden sie zu 101°, auch durchSublimation reinigen sie den Kampfer, da dieser außerordentlich leicht inlangen weißen Nadeln sublimiert; aus ihren Analysen berechnen sie dieFormel C 25 H 24 0 2 .

Eizza (Prot, der russ. Phys. Cbem. Ges. 1883, I, 362; B. 16 [1883],2311) findet den Smp. des Ledumkampfers zu 104—105° und leitet aus14 Analysen die beiden Formeln C 15 H 21 0 bzw. C 16 H 2e O ab; die Dampf-dichtebestimmung ergab ihm den Wert 8,1. — Eizza (JE. 1887, 319;B. 20 [1887], Eef. 562; J. 1887, 1473) berichtigt die Formel und ist derAnsicht, daß im Ledumkampfer ein Sesquiterpenhydrat C 1B H 26 0 vorliege.Zu dem gleichen Eesultat kommt auch Hjelt (B. 28 [1895], 3087), indemer Molekulargewichtsbestimmungen vornimmt; den Smp. des Kampfersfindet er bei 104—105°, den Sdp. bei 282—283°, die Löslichkeit inAlkohol bei 17,5° beträgt 10,4 °/ 0 . Die alkoholische Lösung des Ledum-kampfers ist schwach rechtsdrehend, eine Bestimmung in 10°/ 0 iger alko-holischer Lösung ergab [«]. = 7,98. Nach Versuchen von Sundvik seider Kampfer ein starkes, auf das Zentralnervensystem wirkendes Gift-Hjelt stellte durch zahlreiche _ Versuche fest, daß besonders die Blätterdes Sumpfporschs ätherisches Öl enthalten; aus diesen wurde im Mittel1,30 °/ 0 Bohöl und daraus 0,30 °/ 0 Kampfer gewonnen; blättertragendejunge Triebe gaben 0,75 °/ 0 Eohöl und 0,28 °/ 0 Kampfer. Ein bestimmterEinfluß der Vegetationsperiode wurde nicht konstatiert. Vgl. auch Teapp(C. 1895, II, 790, 1083).

Lomiuse (Chem, Zeit Eepert. 24 [1903], 284) erhielt aus der 1901erErnte 1,5 °/ 0 ätherisches Öl und aus der 1902er Ernte 0,53 °/ 0 , indem er