JiA.
Cortex China e.
877
vor, und zwar nacli Hesse: Diconch in in, der wesentlichste Bestandtheil des Chinoi-dins (pag. 889) und Begleiter des Chinins und Chinidins wohl in allen Chinarindenund Di ein chonin, Bestandtheil des amorphen Alkaioids oder des Chinoidins von solchenRinden, welche grössere Mengen von Cinchonin und Cinehonidin enthalten.
Der Gehalt der Chinarinden an Alkaloiden ist quantitativ sowohlwie, qualitativ ausserordentlichen Schwankungen unterworfen.
Er ist zunächst abhängig von der Art der Stammpflanze. Besonders alkaloidreicheBinden liefern: Cinchona Calisaya Wedd., namentlich die Varietät Ledgeriana(bis 12,5%). C. Pitayeusis "Wedd., C. laneifolia Mut., C. sue ciru bra Pav. (bis11%). C. Hasskarliana Miq. und Formen der C. officinalis L. (bis 13,5%).
Aber selbst in der Rinde einer und derselben Art wechselt der Gehalt anAlkaloiden sehr nach ihrer Entwicklungsstufe, nach der Vegetationsperiode, sowie nachverschiedenen äusseren Einflüssen: nach den Boden-, klimatischen Culturverhältnissen,Trocknung etc., wie zahlreiche Untersuchungen und Erfahrungen lehren. Auch dierelativen Mengenverhältnisse der in den verschiedenen Binden enthaltenen Alkaloidezeigen, entsprechend den eben angegebenen Verhältnissen, bedeutende Verschiedenheiten.Moens gruppirt auf Grund seiner umfassenden Analysen die auf Java erzielten Rindenin solche mit auffallend grossem Gehalt an Chinin (bis über 11%) neben geringenMengen andere]- Basen (C. Ledgeriana), in solche mit fast ausschliesslichem Cinchonin-gehalt (C. micrantha), in solche, welche sehr viel Cinehonidin neben viel Cinchonin,aber nur wenig Chinin enthalten (C. succirubra) und in solche, welche fast kein anderesAlkalnid als Chinidin enthalten (Calisaya-Variet.). Dazwischen gibt es Rinden, welchevorzüglich Chinin und Cinehonidin führen (C. officinalis), und solche, welche von allenAlkaloiden etwas haben (einige Calisaya- und C. Hasskarliana-Rinden).
Nach De Vrij (1878) kommen die Alkaloide in der Rinde alsgerbsaure A 7 erbindungen vor. Die frei darin vorkommende Chinasäurebedingt, dass ein Theil der gerbsauren Alkaloide sich in kaltem Wasserlöst, und zwar ist die Löslichkeit der rechtsdrehenden Verbindungengrösser als jene der linksdrehenden. Der Gehalt der Chinarinden anChinasäure wird mit 5—9% angegeben.
Sie ist denselben nicht eigenthümlich, sondern ihr Vorkommen ist auch in anderenPflanzen (Rnbiaceen, Erieaceen) nachgewiesen.
Ausserdem findet sich in der Rinde der Cinchonen und andererverwandten Rubiaceen ein unkrystallisirbarer glykosider Bitterstoff,das Chinovin, welcher bei Behandlung mit Salzsäure in eine nichtkrystallisirbare Zuckerart (Mannitan) und in die krystallisirbare, inWasser, Aether und Chloroform unlösliche, in heissem Alkohol leichtlösliehe Chinovasäure sich spaltet.
Das Chinovin kommt, von Chinovasäure begleitet, wohl in allen Theilen derCinchonen vor, am reichlichsten in den Blättern. Die Wurzelrinde ist daran reicher alsdie Stammrinde, welche davon höchstens 2% liefert.
Der Gehalt der Chinarinden an einem eisengrünenden Gerbstoff,Chinagerbsäure, ist sehr verschieden. Jüngere Rinden sind daranim allgemeinen reicher. In trockenen Rinden ist die Gerbsäure durchOxydation zum Theil in einen Farbstoff, Chinaroth, umgewandelt,welcher die gelb- bis rothbraune oder braunrothe Farbe derselben be-dingt. China rubra ist am reichsten daran (bis 10%).
Die meisten Rinden führen ferner mehr oder weniger reichlich Stärkemehlund alle meist reichlich Kalkoxalat als Inhalt bestimmter Parenchymzellen (Krystall-zellen), in Form winziger Krystalle, als sogenanntes Krystallpulver (Krystallsand).Von sonstigen Bestandteilen der Rinden ist noch zu erwähnen etwas Harz und Wachs(Cinchocerotin); ihr Aschengehalt beträgt höchstens 3%; der Wassergehalt frischerBinden wird von Moens mit 02—65% angegeben: lufttrockene Rinde enthält circa13% Wasser.
Aus der Geschichte der Chinarinde möge folgendes hervorgehoben werden. ImJahre 1630 soll der an Wechselfieber erkrankte Corregidor von Loxa durch den ihmvon einem Indianer anempfohlenen Gebrauch der Chinarinde (Kina-Kina) geheilt worden
i
i ' -r-.