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VIII. Nenrotioa. Nervenmittel.
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natrium und Bromammonium, in kohlensaurem Wasser gelöst, im Verhältnisse vonKai. brom. und Natr. brom. ana 4,0, Ammon. brom. 2.0 in 750 Gem., anfangs dieHälfte, später die ganze Menge (1 Flasche) in 24 Stunden zu nehmen. Bei dieser Ver-abreichungsweise sollen die störenden Nebenwirkungen, namentlich Bromacne am ehestenverhütet werden.
Während der Bromcur ist für eine reizlose, leicht verdauliche Kost Sorge zutragen, jeglicher Genuss von Spirituosen, fetter Nahrung, Obst und sauren Speisenzu untersagen und eine sorgfältige Reinigung der Mundhöhle (Klöpfel) nicht zu verab-säumen. Grosse Dosen der Bromalkalien, namentlich des Kaliumsalzes, sind mit Vor-sicht zu verabreichen; doch treten selbst nach diesem, mit Ausnahme von etwas Leib-schmerzen und vorübergehendem Durchfall, selten erheblichere, zur Unterbrechung derCur zwingende Zufälle ein. In der Mehrzahl, namentlich schwere!' Fälle, ist das Auf-treten leichterer initialer Bromsymptome, selbst ein Mittelgrad von Bromismus, währendder Cur gar nicht zu umgehen. Grosse Hinfälligkeit, anhaltende Dyspepsie, Durchfälleoder eine auffällige Abschwächung der Herzthätigkeit, wie solche in bedenklichem Gradeselbst nach massigen Bromkaliumdosen in einzelnen Fällen beobachtet wurde (Nothnagel),nöthigen zum Aussetzen der Behandlung. Selbst bei jahrelanger methodischer Anwendungder Bromalkalien kommt es nicht leicht zu bleibenden Störungen des Befindens.
Extern wendet man die alkalischen Bromide, namentlich Brom-kalium, in conc. Lösung' (1,0 — 1,5:2.0 Aq. oder Glycer.) zur Be-pinselung der Schlundgebilde bei excessivem Brechreiz, angestrengtemHusten der Phthisiker (Klöpfel) und zur Vornahme von Explorationenoder chirurgischen Eingriffen an den dadurch reflexlos gewordenenTheilen an; in verdünnter Lösung in Klystieren (2.0 — 5,0: 100,0 Dec.Althaeae, Dec. Lini sem. etc.) bei spastischen After- und Darmaffectionen,zur Entfaltung der Bromwirkung bei Eklamptischen, sowie in Fällen,wo die Einfuhr durch den Mund nicht möglich ist, und zerstäubt(Natr. brom. 1—3:100 Aq. mit Zusatz von Aq. Laurocer., Morphin etc.)zu Inhalationen bei quälendem Hustenreiz.
358. Acidum hydrobromicum, Bromwasserstoffsäure. Ph. Germ.Klare, farblose, in der Wärme flüchtige Flüssigkeit von 1,208
spec. Gew., 25% Bromwasserstoff führend, von stark saurem Geschmack.Nach den bisher bekannt gewordenen physiologischen und thera-peutischen Prüfungen ruft dieses Präparat im wesentlichen die demBrom zugehörenden Allgemeinwirkungen hervor. Doch ist die sedativeWirkung der durch ihren saueren Geschmack belästigenden Säure ge-ringer und keine so anhaltende als jene der Bromalkalien und auch ihrNutzen bei Epilepsie ein sehr geringer {Hamilton, 1876).
Kaninchen unterliegen nach grösseren Dosen der subcutan applicirten Säure inkurzer Zeit durch diastolischen Herzstillstand (Steinerner, 1874).
Kobert hält das Mittel für kein glücklich gewähltes, da es die Alkalescenz desBlutes herabsetzt und dadurch das Entstehen des acuten Bromismus begünstigt.
Man hat das Mittel zu 0,3—0,5 p. d. mehrmals tägl., mit Wasserverdünnt oder mit Zuckerwasser gegen congestiven Kopfschmerz, Cardio-palmus, Insomnie, Krampfhusten, Ohrensausen und Ohrenschwindel,Vomitus gravidarum, Menorrhagie mit sexueller Erregung und anderennervösen Leiden empfohlen.
359. Aether bromatus, Aethylum bromatum, Aethylbromid, Brom-äthyl. Ph. Germ.
Klare, farblose, flüchtige, stark lichtbrechende, angenehm ätherischriechende, neutrale, in Wasser nicht, in Weingeist und Aether lösliche,bei 38—40° siedende Flüssigkeit von 1,453—1,457 spec. Gew.
Nach Vorschrift der Ph. G. wird Bromäthyl hergestellt durch allmähliches Ein-tragen von 12 Th. gepulv. Kaliumbromid in ein erkaltetes Gemenge von 12 Th. Schwefel-