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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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VIII. Neurotica. Nervenmittel.

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theilen bei der afrikanischen und asiatischen Zibethkatze, ViverraCivetta L. und V. Zibetha L. findet.

268. Castoreum, Bibergeil. Ph. A. Eigentümliche, sowohl beimmännlichen, wie beim weibliehen Biber paarig unter dem Schambein-bogen vorkommende, mit den Genitalien im Zusammenhange stehendebeuteiförmige Secretionsorgane sammt ihrem Inhalte in getrocknetemZustande.

Im engeren Sinne versteht man unter den obigen Bezeichnungen den Inhalt derCastorbeutel allein, welcher nach Weber als Smegma praeputii anzusehen ist.

Im Handel werden zwei im Preise ungleiche Sorten unterschieden:das Sibirische (russische, moskowitische) Bibergeil, CastoreumSibiricum (C. Rossicum, C. Moscovitieuin), von dem gegenwärtig ingrösserer Häufigkeit im nördlichen Asien, in Europa allenfalls noch inKussland, Polen und Scandinavien vorkommenden gemeinen Biber,Castor Fiber L., und das officinelle (Ph. A.) billigere Canadische(amerikanische, englische) Bibergeil, Castoreum Canadense(C. Americanum, C. Anglicum), von dem in Nord-Amerika lebendenCastor Americanus Cuv.

Die Beutel des offic. Castoreum Canadense haben vorwiegend eiförmigeoder birnförmige Gestalt, sind fast immer mehr oder weniger plattgedrückt, an 7—10 Cm.lang. Ihre Oberfläche ist schwarzbraun, meist grob runzelig, ihre äusseren Häute sindmiteinander innig verbunden und daher nur schwierig zu trennen. Der Binnen] aum desCastorbeutels wird ganz oder bis auf eine schmale, fast spaltenförmige Höhlung voneiner festen harzartigen, an der Bruchfläche harz- oder fettglänzenden Masse ausgefüllt,welche bald eine mehr röthlich- oder gelbbraune, bald eine schwarzbraune Farbe zeigtund von den meist dunkler gefärbten veizweigten Lamellen oder Falten der Innenatis-kleidung durchsetzt, oft wie marmorirt erscheint.

Das Bibergeil hat einen eigenartigen, einigermassen an Juchtenerinnernden Geruch und einen bitter-aromatischen und zugleich beissen-den Geschmack. Heisses Wasser nimmt davon wenig auf; die Flüssig-keit trübt sich beim Erkalten und wird durch Eisenchloridlösungschmutzig-grünlich gefärbt. Aether und Alkohol lösen den grössten Theildes Bibergeils auf; die filtrirte Lösung ist klar, tiefgelb bis braun undgibt auf Wasserzusatz eine reichliche weisse Fällung.

Ueber die wirksamen Bestandtheile des Castoreum fehlt jede genauere ICenntniss.Es liegen nur ältere chemische Untersuchungen vor. Nach Brandes enthält es einätherisches Oel, Wähler fand dagegen Carbolsäure, Benzoesäure, Salicin und Salicylsäure.Aus dem heiss bereiteten alkoholischen Auszuge scheidet sich beim Erkalten eine kry-stallinische wachsartige Substanz (Castorin) aus, nach Brandes auch Cholesterin,während die Lösung als Hauptbestandtheil einen harzartigen Körper (Castoreum-Besinoid,bis 41%) enthält. Von anorganischen Bestandtheilen sind Calciumcarbonat und Calcium-phosphat die bemerkenswerthesten und namentlich ersteres ist zuweilen massenhaftvorhanden.

Die negativen Resultate der fast durchaus aus älterer Zeit stam-menden Versuche über die Wirkung des Bibergeils bei gesundenMenschen (W. Alexander 1768, Joerg u. a.) haben zahlreiche Autorenveranlasst, dasselbe für ein unwirksames und verwerfliches Mittel zuerklären. Indessen ergeben Beobachtungen an Kranken ohne Zweifeldie Wirksamkeit des Bibergeils bei gewissen Zuständen, wie denn auchdie Thatsache beachtenswerth ist, dass die meisten Pharmakopoen Casto-reum führen, was wohl dafür spricht, dass dieses Mittel in der Praxisvorläufig nicht ganz entbehrt werden kann.

Früher gegen eine grosse Reihe von krankhaften Zuständen,namentlich bei verschiedenen Neurosen gebraucht, wird das Castoreum