A. Acria epispastica. Hautreizmittel.
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faeientia), bald unter jenen einer superficiellen, der erysipelatösen ana-logen Entzündung der Haut unter Bildung von Bläschen oder Blasen(E. vesieantia), bei einigen wenigen unter der Form einer der Blatter-pustel ähnlichen Eruption (E. pustulantia). Bei intensiverer Einwirkungkommt es zur tieferen Entzündung mit Eiterung (E. suppurantia).
Für die "Wahl der Epispastica, sowie für die Indicationen, nach welchen sie an-zuwenden sind, entscheiden einerseits die Eigenschaften derselben, ihre Wirkungsweiseund besonders die Stärke und Dauer ihrer Wirkung, andererseits die zu behandelndenKrankheitszustände.
Wenn man bedenkt, dass veränderte Herzaction einerseits, Verengerung oderErweiterung der Gelasse andererseits auf die Vertbeilung des Blutes, seine Druck-verhältnisse, auf die Ernährungsvorgänge im Körper etc. von der grössten Bedeutungsind, so wird verständlich, dass Epispastica, richtig gewählt und angewendet, ver-schiedenartige Störungen auszugleichen imstande sein werden.
Die Application der Kubefacientia erstreckt sich in der Eegel über grössere Haut-flächen und ihre Wirkung erfolgt erheblich rascher als jene der Vesicantien. Man ziehtdaher erstere und namentlich die Senfmittel in allen Eällen vor, wo ein raschwirkender Eeiz auf einer grösseren Hautfläche hervorgerufen werden soll, um damitreflectoriseh Athmung und Herzthätigkcit anzuregen oder zu steigern, daher bei plötzlicheintretenden Schwächezuständen, bei starkem Collaps, tiefen Ohnmächten, bei Asphyxie,bei Coma etc.: ausserdem bei verschiedenen schmerzhaften und krampfhaften Zuständen,bei rheumatischen Schmerzen, Kopfschmerzen, Gastralgien, Koliken, bei Angst- und Be-klemmungsgefühl im Gefolge von Lungen- und Herzleiden, bei asthmatischen Anfällen,starkem Husten, heftigem Erbrechen etc. Eine häufige Anwendung finden sie weiterhin beiHyperämien innerer Organe, daher im Beginne entzündlicher Erkrankungen der Central-organe des Nervensystems, der Kespirations- und Verdauungsorgane, des Harn- und Ge-sehleohtsapparates, auch wohl als Zuleitungsmittel bei Amenorrhoe und Dysmenorrhoe etc.
Länger dauernde Hautreize, wie die Vesicantien, und hier hauptsächlich die Can-tli ariden m ittel, empfehlen sich besonders in den späteren Stadien entzündlicherProcesse, nachdem Eieber und Entzündungserscheinungen gefallen sind, wie auch imVerlaufe chronisch gewordener entzündlicher Leiden, vornehmlich der serösen Häute,Um die Resorption des gesetzten Exsudates zu fordern. Sogenannte fliegende Vesicantienkommen bei Neuralgien, selten mehr bei acutem Gelenksrheumatisnius zur Anwendung.Vesicantien und Suppurantien wurden früher auch häufig als zertheilende Mittel aufchronische Lymphdrüsenschwellungen, indolente Bubonen, hydropische Ansammlungen inden Gelenkshöhlen und anderen serösen Säcken applicirt.
Was die zu wählende Applicationsstelle anbelangt, so werden Hautreize beichronisch-entzündlichen Processen im allgemeinen in der Nähe des leidenden Theilesangebracht. Bei Kopfleiden zieht man daher den Nacken, bei Affectionen des Auges dieStelle hinter dem Ohr, bei Erkrankungen der .Brustorgane den Thorax etc. vor; beiKrämpfen und Delirien werden gewöhnlich die inneren Schenkelfiächen und die Waden,dieselben Stellen auch bei zurückgehaltenen Menses gewählt. Bei acutem Gelenksrheu-matismus werden fliegende Vesicantien in unmittelbarer Nähe der betroffenen Gelenke,bei Neuralgien solche auf die schmerzhaften Stellen (Points doulourenx) applicirt, oderman schreitet mit ihrer Application im Verlaufe der Nerven fort.
Im allgemeinen gibt man bei Application von Vesicantien jenen Hautstellen denVorzug, unter denen viel Bindegewebe vorhanden ist, und vermeidet solche, welche un-mittelbar über einem Knochen liegen; man meide ferner zarte Hautstellcn, z. B. Brüsteder Erauen und solche Hantpartien, welche, wie Gesicht, Hals, Hände, entblösst getragenwerden, da jahrelang oder zeitlebens verunstaltende Narben zurückbleiben können. Auchist die Uebertragung mancher blasen- und pustelbüdender Mittel auf zarthäutige Stellen,wie Gesieht und Genitalien, zu beachten. Vorsicht erheischt die Anwendung der Vesi-cantien bei Kindern und alten Personen, bei cachectischen und dyskrasischen, insbesonderezur Sepsis neigenden Erkrankungen, da bei Kindern leicht Fieber hervorgerufen wird,in den übrigen Fällen nicht selten schwer heilende, unter Umständen selbst jauchige etc.Geschwüre entstehen können.
228. Cantharides, Muscae Hispanicae, Pflasterkäfer, Blasen-kufer, Spanische Fliegen. Die bekannten, in der Zoologie als Lyttavesicatoria Fabricius bezeichneten, in Süd- und Mitteleuropa beson-ders auf Oleaceen und Lonicereen vorkommenden, in manchen Jahrenungewöhnlich häufig auftretenden Käfer in getrocknetem Zustande.
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