B. Säuren organischer Constitution.
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wird die Säure in Form von saurer Milch und sauren Molken,insbesondere bei von Fieber begleiteten Consuinptionskrankheiten ge-braucht.
Man reicht die Milchsäure intern zu 0,3—0,5 (5—10 gtt.) p. d.mehrmals täglich, bis 10,0 p. die, mit Wasser stark verdünnt (i/ a bis1%), in Mixturen, Brausemischungen (mit Natriumcarbonat) und inPastillen (0,1—0,2 mit Sacch. Lact, et Pulv. Tragac.). Extern wirddie Säure concentrirt zur Zerstörung fungöser Bildungen, Ulcerationenund gegen Lupus in Anwendung gebracht; verdünnt zu Inhalationen(2—5% zerstäubt) bei Diphtheritis, zu Mund- und Gurgelwässern(V s —1%), Pinselungen (1:5—20 Aq. vel Syr.) bei Larynxphthise{Heryng u. a.) und zu Injectionen in die Blase (0,2—0,5% Sol.), wieauch ins Parenchym von Neubildungen (v. Mosetig); in Form vonStäbchen (aus Acid. lactic, Gelat. u. Aq. aa.) zur Behandlung tuber-culöser Fisteln (Zippd 1892).
Die nülehsauren Alkalisalze wirken analog den citronen- und Weinsäuren, inDosen wie Kaliumtartrat abführend und Alkalescenz des Harnes bedingend. Französischeund andere Aerzte haben sie, namentlich milchsaures Natrium, Natrium lac-'i cum , eine amorphe, sehr hygroskopische, daher schwer in Pulverform aufzubewahrendeMasse, gewöhnlich eine syrupdicke, farblose bis schwach gelblich gefärbte, neutrale oderschwach alkalische Flüssigkeit, bei Verdaunngsschwäche und Dyspepsie in Mixturen«nd Pastillen (zu 0,25, 2—3 Stück 1 Stunde vor der Mahlzeit), und W. Preyer (1875),gestützt auf den Umstand, dass natürlicher Schlaf nach hochgradiger Muskel- und Nerven-M'niüdung leicht einzutreten pflegt und dass während der der Ermüdung vorangegangenenThätigkeit gewisse Stoffe, namentlich Milchsäure, gebildet weiden und in's Blut über-gehen, sowie auf einschlägige experimentelle Untersuchungen hin, als Sedativum undWildes Schlafmittel in relativ grossen Dosen, zu 10,0—15,0 und darüber in Zuckerwasser,e xtern im CJysma zu 5,0—20,0, oder die mit Natr. carbonic. neutralisirte Lösungvon 5,0—20,0 Acidum lacticum auf ca. 100,0 Aq. empfohlen, ohne dass bei praktischerAnwendung besondere Erfolge erzielt worden wären.
169. Acidum tartaricum, Acidum Tartari, Sal essentiale Tartari,einsäure, Weinsteinsäure, Ansehnliche, .luftbeständige, färb- undgeruchlose, durchsichtige klinorhombische Prismen oder Krystallkrustenvou stark saurem Geschmack, sehr leicht in Wasser (1 :0,8) undAlkohol (1 : 2,5), schwerer in Aether löslich. Erhitzt verkohlen sie unterEntwicklung von Karamelgeruch.
Die Weinsäure kommt im Pflanzenreiche sehr verbreitet vor, theils frei, theilsan Kali und Kalk gebunden , besonders in vielen saftreichen Früchten, zumal in denJ^eintrauben und wird fabriksmässig aus dem beim Lagern des Weines in krystallinischenprusten sich absetzenden und gereinigten Weinstein (pag. 378) durch Neutralisiren mitKalkhydrat und Zersetzen des erhaltenen Calciumtartrats mit Schwefelsäure dargestellt.
Weinsäure bewirkt wie die Essig- und Citronensäurc Gerinnungder Milch, fällt aber nicht gelöstes Eiweiss. Auf der intacten Haut er-zeugt sie in concentrirter Lösung selbst nach Inständiger Einwirkungnil r ein ganz unbedeutendes, vorübergehendes Brennen ohne irgendWelche nachweisbare Gewebsveränderung (Mitscherlich). In kleinen GabenUr| d stark verdünnt wirkt sie bei interner Einführung gleich den anderenverwandten Säuren (pag. 342), soll aber eher als die Citronensäure dieVerdauung stören und in grösseren Gaben leicht Abführen erzeugen.In grossen Dosen wirkt sie giftig, nach MitscherlicVs Versuchen schwächera ls Citronen- und Oxalsäure.
12,0 und 1G,0 tödteten bei interner Application Kaninchen in einer Stunde. AlsUl uptsächlichste Vergiftungserscheinungen werden hervorgehoben: anfangs frequenter,al °- aber sehr schwach werdender Herzschlag, beschleunigte, bald aber erschwerte und
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