E. Glutinosa, Leimmittel.
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Sonst wird das Glycerin aueh vielfach pharmazeutisch verwendet als Constituens fürPinselsäfte, Linimente und Salben, als Bindemittel für Arzneistifte, als Zusatz zu Pillen-massen, Collodicn. Extracten, zum Conserviren digestiver Fermente (Pepsin, Pankreatin,Maltin) etc. Kp. 34. 98, 104, 139.
Präparate. 1. Fnguentum Glycerini, Glycerinsalbe, Ph.Austr.: 4,0 Amylnm allmählich mit 60,0 Glycerin in einer Porzellan-schale gemischt und durch gelindes Erwärmen unter beständigem Um-rühren zu einer durchscheinenden, gallertartigen Masse gebracht (Ph.Germ.: 1 Th. gepulvert. Tragant mit 5 Th. Spirit. Vini verrieben, mit50 Th. Glycerin vermischt und im Dampfbade erwärmt). Ganz zweck-mässige, haltbare Salbengrundlage. Rp. 134, 188.
2. Suppositoria Glycerini. Glycerin-Stuhlzäpfchen, Ph. Austr.Aus einer Mischung von 6,0 Stearinseife und 94,0 Glycerin werden25 oder 50 Stück Stuhlzäpfchen von 4,0 resp. 2,0 Gewicht hergestellt.
Glycerinum saponatum, Seifenglycerin von Ilebra als Grundlage für ver-schiedene arzneiliche Substanzen zur Application auf die äussere Haut benutzt. Es isteine Combination von 19,0 Natronkernseife, 76,0 Glycerin und 5,0 Salicylsäure.
E. Glutinosa, Leimmittel.
Verschiedene Formen des Thierleims, Gelatina animalis(Colla animalis), wie sie durch fortgesetzte Einwirkung kochendenWassers auf sogenannte leimgebende Gewebe (Knochen, Hirschhorn,Sehnen, Häute etc.) resultiren, indem das Collagen derselben inLeim sich umbildet. Das aus diesen collagenen Substanzen erhalteneProduet, speciell als Knochenleim oder Hautleim, Glutin, bezeichnet.löst sich leicht in heissem Wasser. Die Lösung wird durch Bleiacetat,Alaun, verdünnte Mineralsäuren etc. nicht gefällt, wohl aber durchSublimat und Gerbsäure; bei hinreichender Concentration gesteht sienach dem Erkalten zu einer homogenen klebrigen Gallerte.
Der auf gleichem Wege aus der chrondrogenen Substanz der permanenten undembryonalen Knorpel erhaltene Knorpellei m, Chondrin, wird in wässeriger Lösungv on Bleiacetat, Alaun, Essigsäure etc. gefällt, dagegen nicht durch Sublimat, welchernur eine Trübung hervorruft.
Im Handel werden je nach seiner Provenienz und dem Grade der Reinheit ver-schiedene Sorten des Leims unterschieden. Zu Heilzwecken werden in der Hegel die'Wnsten Sorten verwerthet, geringere, in dickeren, brännlichgelben oder braunen,durchscheinenden oder undurchsichtigen Tafeln, nur zu Verbänden bei Knochenbrüchen:jih| Luxationen.
69. Gelatina animalis (alba), Thierleim. Ph. A. Der aus Thier-knochen gewonnene Leim soll aus dünnen und durchsichtigen Blätternbestehen, welche sich in 80—100 Theilen heissen Wassers zu einer fastfarblosen. klaren und geruchlosen Flüssigkeit lösen müssen. ErkaltetS( >11 diese eine gehörig consistente Gallerte liefern.
De) 1 Leim besitzt bekanntlich nicht die Fähigkeit zu diffundiren, vom Magensaft;i ''"'' wird er, wie die leimgebenden Gewebe überhaupt, leicht in eine diffundirbareMsung verwandelt, der die Fähigkeit zu gelatiniren mangelt und welche der Fäulnisslange widersteht, während sonst Glutinlösungen sehr bald schimmeln und faulen. Welche
eiänderungen das entstandene Leimpepton im Darmcanal erleidet und welche Zwischen-[>roducte daselbst, und nach seiner Aufnahme ins Blut bis zur vollendeten Oxydation in
larnstoff, Kohlensäure und Wasser auftreten, ist nicht näher bekannt. Im allgemeinenH 'lra die Leimgallerte gut vertragen, grosse Gaben stören jedoch die Verdauung underzeugen Durchfall. Die leimgebenden Substanzen verhalten sich im Körper gleich dem'-"uii, doch werden sie in grössere!' .Menge als dieser vertragen (('. I'oii. 1874). Ihr
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