c) Wachs und wachsähnliche Substanzen.
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Anwendung findet der Walrat gegenwärtig fast nur extern undpharmaceutisch als Constituens für Cerate und Salben, für Oel- undBalsamgallerten.
Früher hatte man ihn auch intern als Demulcens bei Reizungszuständen derLuftwege und bei Durchfällen angewendet und neuerdings hat Senator (1887) auf dieVerwendung des Walrats als Ersatzmittel des Leberthrans bei chronischen Zehrkrank-heiten hingewiesen. Nach seiner Erfahrung wird er rein oder mit Zucker fein verrieben(Cetac. und Elaeosacchar. Citri aa. täglich 10,0—30,0 und darüber) gut vertragen undgut verdaut.
Präparate: 1. Ceratum Cetacei, Emplastrum spermatisCeti, Walrat-Oerat, Spermacetpfiaster, PL A. Cetaeeum, Cerä albaund Ol. Amygdalarum aa. werden bei gelinder Wärme geschmolzen,colirt und in Papierkapseln ausgegossen.
2. Unguentum emolliens. Erweichende Salbe, Creme Celeste,Ph. A. Einer Schmelze aus 2 Th. Cetaeeum, 1 Th. Cera alba und8 Th. Oleum Amygd. werden, nachdem sie halb erkaltet ist, 2 Th. AquaRosae beigemischt.
Unguentum leniens Ph. Germ, besteht aus 4 Th. Cera alba, 5 Th. Cetaeeum,32 Th. Ol. Amygd. und IG Th. Aq. de 50 Grm. dieser Salbenmasse wird 1 Gtt. Ol.Rosae beigemischt. Viel benützte Salbe und Salbengrundlage. Rp. 132.
Als Pflanzenwachs, Cera vegetabilis, werden wachsähnliche, von ver-schiedenen Pflanzen abstammende Substanzen bezeichnet, welche sieh nach ihrem bisherallerdings nichts weniger als genau erforschten ehemischen Bestände theils den Fetten,theilg dem Wachse und den Harzen anschliessen. Hieher gehören als die bekanntesten :
1. das sogenannte Japanische Wachs (Japantalg), Cera Japonica, in Japan ausden Früchten von Rhus vernieifera DC, und Rhus sueoedanea L., baumartigenAnacardiaceen, gewonnen, im Aussehen dem weissen Bienenwachs ähnlich, bei 52 Ins55" schmelzend, leicht verseifbar durch Aetzlauge, wesentlich aus Tripalmitin bestehend;
2. das Palmenwachs, Gera 'Palmarum, wozu das Ca rnaubawachs von denBlättern der südamerikanischen Wachspalme Copernicia cerifera Mart., auf derenOberfläche es als Ueberzug vorkommt und das ganz ähnliche Wachs der AndespalmeSüdamerikas, Ceroxylon Andieola Humb. et Bonpl., welches als Kruste die Ober-Sache des Stammes dieses merkwürdigen Baumes bedeckt, gehört; und 3. dasMyrica-(Myrtle- oder Myrthen-) Wachs, Cera Myricarum, welches durch Auskochen dererbsengrossen Steinfrüchte mehrerer Myripa-Arten, Sträuchern aus der Familie derMyricaceen in Südafrika (Myrica cordifolia L., M. quereifolia L.), in den VereinigtenStaaten Nordamerikas (M. cerifera L.) und im nordlichen Theile Südamerikas (M. Cara-casana Kunth) gewonnen wird und wesentlich aus Palmitin und freier Palmitinsäureneben etwas Laurostearinsäure bestehen soll. Alle diese Producte, namentlich das Japa-nische Wachs, können in den meisten Fällen pharmaceutisch an Stelle des Bienenwachsesverwerthet werden.
67. Paraffinum, Paraffin.
Ein aus den Producten der trockenen Destillation von Braun-kohlen, Torf, aus Erdöl, Erdwachs (Ozokerit) und anderen Fossiliengewonnener Körper, welcher ein je nach seiner Herkunft und Dar-stellungsweise variables Gemenge von Kohlenwasserstoffen darstellt.
Im reinen Zustande bildet es eine bläulichweisse. durchscheinende,geruch- und geschmacklose Masse von einer dem weissen Wachs nahe-kommenden Consistenz, deren Schmelzpunkt bei 74—80° (Ph. Genn.) liegtund deren speeifisches Gewicht 0,870—0,910 beträgt.
In Wasser ist es unlöslich, wenig löslieh in Alkohol, leicht löslich in Aether.Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Benzin; geschmolzen mischt es sieh auch in jedem Ver-hältnisse mit Wachs. Walrat, mit Fetten und Harzen. Goncentrirte Säuren und Alkaliengreifen es hei gewöhnlicher Temperatur nicht an.
Besondere Sorten dieses festen oder tlartparaffins, Paraf-finum solidum Ph. Genn., sind das aus Erdöl gewonnene Bei-
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