a) Fettmittel aus dein Pflanzenreiche.
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Therapeutische Anwendung. Einzelne Fette, wie nament-lich Leberthran, werden als Nährmittel zu Fettcuren benützt oder alsmüde Abführmittel, wie Olivenöl in grossen Gaben intern oder auchin Clysmen; in Verbindung mit schleimigen Substanzen (als Emulsion)verwendet man die Fette bei Reizungs- und Entzündungszuständen derKespirations- und Digestionsorgane, wie auch antidotarisch (pag. 118);in Form allgemeiner Einreibungen bei acuten Exanthemen, zumalScharlach, zur Behebung des lästigen Hitzgefühls, zur Mässigung derentzündlichen Spannung etc.. gegen profuse Sehweisse; zu örtlichenEinreibungen bei trockener rissiger Haut, zur Erweichung von Krustenund Schuppen bei verschiedenen Hautkrankheiten, als Verbandmittelbei Excoriationen, Verbrennungen etc.; zu Injectionen in entzündeteSchleim!)autcanäle (Urethra, Vagina, Rectum); zu Einträufelungen inden äusseren Gehörgang; zu allgemeinen und örtlichen Oelbädern beiVerbrennungen etc.
Die Fette finden ferner eine sehr ausgedehnte pharmaeeutischeVerwendung, so zur Darstellung medicinischer Oele, Seifen, Ceratc.Pflaster, als Constituens für Linimente, Salben, Haaröle und anderekosmetische Zubereitungen.
a) Fettmittel aus dem Pflanzenreiche.
53. Amygdalae dulces et Oleum Amygcialarum. Süsse Mandelnund Mandelöl.
1. Amygdalae dulces, Süsse Mandeln, die bekanntenSamen der gewöhnlichen Culturform des wahrscheinlich aus Vorder-asien stammenden, seit alten Zeiten in grösster Ausdehnung im Me-diterrangebiete in mehreren Spielarten gezogenen Mandelbaumes,Amygdalus communis L. Var. dulcis DC. (Famil. der Rosaceae,Pruneae).
Die Süssmandeln sind meist spitzeiförmig, etwas flachgedrückt, enthalten inner-halb ihm- dünnen, matt zimmtbraunen, schilferig-rauhen, nach dem Aufweichen in Wasserablösbaren Samenhaut einen eiweisslosen, der Hauptmasse nach aus zwei ölig-fleischigen.weissen Cotyledonen gebildeten Keim, besitzen einen angenehmen öligen und zugleichsüsslich-schleimigen Geschmack und geben, mit Wasser zerrieben, eine weisse, geruch-lose Emulsion.
Neben 50—56% fettem Oel enthalten sie reichlich (24%) Eiweissstofl'e, darunterLegumin und Emulsin, Zucker (6%), Gummi (ca. 3%), etwas Äsparagin etc.
Für ihre Wirkung und medicinische Anwendung kommt haupt-sächlich ihr Reichthum an fettem Oel in Betracht; sie werden in dieserBeziehung gleich anderen Oleosa als einhüllende und reizmilderndeMittel sehr viel benützt, und zwar intern meist in Form einer Emul-sion (mit der 10—20fachen Menge Wasser) für sich oder als Vehikelf ür allerlei scharfe und schlecht schmeckende Substanzen.
Die ofticinelle Mandelemulsion oder Mandelmilch, Emulsioaniygdalina, wird aus 25,0 geschälten süssen Mandeln, 15,0 Sacchar.und Wasser auf die Colatur von 250,0 bereitet. In gleicher Art sindauch andere Samenemulsionen herzustellen.
Eine sehr einfache und rasche Bereitung der Mandelmilch im Hause des Krankengestattet der Mandelteig, Pasta ainygdalina (aus 8 Th. geschälter Mandeln.1 Fh. Gummi Acac., 4 Th. Sacchar.), den man blos mit Wasser anzurühren braucht.
Der reiche Gebalt der Süssmandeln an Prote'instoffen, beim Fehlen von Stärke-Mehl, hat zu ihrer Empfehlung als Nährmittel für Diabetiker in Gestalt des Mandel-