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II. Emollientia.
und
sehilferige
geschmeidiger, beseitigen die rauhe, trockene und spröde oderBeschaffenheit derselben. decken und schützen sie voräusseren Einflüssen. Haaren ertheilen sie einen grösseren Glanz, Weich-heit und Elasticität.
Da die von Fett durchtränkte Haut den Durchtritt von Wasser nachaussen erschwert, so vermögen ausgedehntere Fetteinreibungen einerseitseolliquative Schweisse zu massigen, andererseits eine compensatoriseheVermehrung der Harnausscheidung zu bewirken. Die in die Follikel undInterstitien der Epidermis beim Einreiben leicht eindringenden Fettewerden ziemlich schnell und in nicht unbeträchtlicher Menge resorbirt unddurch die Lymphgefässe dem Blute zugeführt (Lassar 1878), so dass sichmeist schon am 3. Tage, namentlich bei Kindern nach Einreibungen mitLeberthran, eine ansehnliche Vermehrung des Fettgehaltes in den Stuhl-entleerungen constatiren lässt (Bandolph und Roussel 1883). Da nach Ueber-ladung des Blutes mit Fett vom Darme kaum noch etwas zur Resorptiongelangen kann, so muss nun die mit der Nahrung eingeführte Fettmengefast vollständig in den Koth übergehen. Auch vom Unterhautzellgewebeerfolgt die Resorption der Fette in verhältnissmässig kurzer Zeit.
Subcutane Infusion fetter Oele (15,0—30,0 Ccm. im Tage) verursachte wederSchmerzen, noch Abscesse oder andere nachtheilige Nebenwirkungen (.1. Menzel und//. Perho 1869, ./. Krueg 1875), während die hypodermatische Einfuhr der Milch( Whitiaker 1876), sowie zerrührter und collirter Eier (Krueg) meist reactive Entzündungnach sieh zog.
Im Munde scheinen die Fette keine und auch im Magen höchstensgeringe Veränderungen zu erfahren. Erst im Dünndarm beginnt in be-kannter Art ihre Verdauung durch Vermittlung des Pankreassaftes undder Galle. Sind grosse Mengen eingeführt worden, so gelangt höchstensein kleiner Theil zur Resorption, der grösste Theil bleibt unverdautund ruft vermehrte Stuhlentleerungen, nicht selten auch Uebelkeit undErbrechen hervor. Grössere Dosen von fetten Oelen wirken daher pur-girend, und zwar bei leerem Magen leichter als bei gefülltem.
Die Fette sind wichtige Factoren für die Gewebsbildung. für dieErnährung und das Wachsthum, für die Wärmeproduction und als Unter-stützungsmittel der Bewegung; sie vermindern bei vermehrter Zufuhrdas Beclürfniss für andere Nahrungsstoffe, beschränken die Umsetzungstickstoffhaltiger Körperbestandtheile, befördern den Uebergang des insBlut überführten Albumins in Organeiweiss und erleichtern den Ersatzdesselben bei verminderter Zufuhr von Eiweissstoffen. Einreibungen vonFetten in die Haut setzen (am auffälligsten bei an acuten Exanthemen,Bronchitiden etc. erkrankten Kindern) die Fiebertemperatur in kurzerZeit um 0,5° und noch mehr herab (Colrat 1884).
Werden fette Oele Thieren subcutan, in die Bauchhöhle oder intravenös, auchin feinster emulsiver Yertheilung injicirt, so wirken sie in einer gewissen Mengetödtlich. In nicht tödtlichen Dosen eingebracht, verfallen Hunde und Katzen nacheiner gewissen Anzahl von Injeetionen in einen Zustand von Narkose, in dem sieregungslos und schnarchend da liegen. Ob der letale Ausgang durch directe Herzlähmung,durch Ivohlrnsäure-Intoxication, infolge der Embolie der Lungen oder durch Anämiedes Gehirns, als Folge von Embolie der Hirncapillaren zustande kommt, lässt sichnicht sicher erweisen (Kobert-Bassmann 1880). Bei reichlicher Zufuhr von fetten Oelenwird ein Theil durch die Nieren ausgeschieden und erscheint im Harn. Die trocknendenOele werden im Blute, wie an der Luft, verharzt und greifen bei ihrem Durchgang dieNierenepithelien ähnlich wie harzige und andere reizende Stoffe mehr oder weniger an,während die indifferenten nicht trocknenden Oele ohne Schädigung derselben die Harn-wege passiren (Lassar).