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I. Prophylactica. 3. Antiseptica, Antiseptische Mittel.
Wundtherapie eingeführt, in der thierärztlichen Praxis bereits vielfach benutzt. Soll einbequem zu handhabendes Mittel sein von grosser antiseptischer und plastischer Kraft,durchaus reizlos und ungiftig. Ttiomalla (1897) erklärt es für das beste Antisepticumin Pulverform.
Amylof orm, nach A. Classen (1896) eine chemische Verbindung des Fortnaldehydsmit Stärke, ein weisses, geruchloses, unlösliches Pulver. Kann bis 180° ohne Zersetzungerhitzt werden. Unter dem Mikroskope zeigt es nicht mehr die Structur der Stärkekörner,wird durch verdünnte Säuren und Alkalien unter Freiwerden von Formaldehyd zersetzt,verkleistert weder durch Kochen in Wasser, noch in concentrirter Essigsäure, noch inverdünnten Alkalien. Es wird besonders von Lont/ard (1896) als ein ungiftiges, sehrenergisches desodorisirendes und secretionshemmendes Antisepticum, welches dem Jodo-form in keinei- Weise nachsteht, gerühmt.
Nenestens (1898) werden Glutoidkapseln, d. h. mit Formaldehyd gehärtete(ielatinkapseln angegeben zur Aufnahme von medieamentösen Stoffen, welche unver-ändert den Magen passiren und erst im Darm, zumal auch als Desinfieientia zur "Wirkunggelangen sollen, auch zu diagnostischen Zwecken (zur Prüfung der Darmverdauung). Siewerden in 3 Härtegraden (schwache, mittlere, starke Härtung) angefertigt unter Bezug-nahme auf die zur Lösung in Pankreas-Soda erforderliche Zeit.
Aehnlich dem Glutol ist das Formaldehyd-Casein, ein Condensationsproductaus Casein und Formaldehyd (Merck), ein etwas gröbliches, gelbliches, geruch- und ge-schmackloses Pulver von schwachen antiseptischen Eigenschaften (/•.'. Bohl, 1896).