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extrahiert man bei 38°, muss aber dann eine Blutart verwenden,auf die Erdnussphasin ohne Einwirkung ist; oder man extrahiertbei 70° bezw. man erhitzt den fertigen Auszug, welcher Rizinusund Erdnuss enthält, für eine Stunde auf 70° C, kann dannaber jede beliebige Blutart verwenden, da ja das Erdnussphasinunwirksam geworden ist. Eine völlige Ausfällung erfolgtübrigens bei 70° keineswegs. Ich will für beide Fälle ein Bei-spiel anführen.
15 com einer Mischung', die in jedem Kubikzentimeter das Löslicheaus 200 mg Erdnusskuchenmehl und 0.4 mg- Rizinussamen (schalenfrei, abernicht entölt) enthält, werden mit 10 ccm 2 °/ 0 iger Taubenblutkörperchen-suspension mittags gemischt. Es bildet sich schon abends eine deutlicheAgglutination aus, die am andern Morgen total ist. Die über dem Agglutinatstehende Flüssigkeit wird jetzt entfernt, das Agglutinat mit 0.9 °/ 0 igerKochsalzlösung mehrmals durch Dekantieren gewaschen und dann auf einFilter gebracht. Nach dem Abtropfen der letzten Tropfen Waschflussigkeitwird der Filterrückstand in einer kleinen Eeibschale mit 1 ccm Wasser, dem3 Tropfen verdünnter Salzsäure zugesetzt worden sind, verrieben. Eine Stundespäter wird mit Natriumkarbonat neutralisiert, wobei sofort eine feste brauneMasse sich absetzt und diese liefert, auf ein Filter gebracht und kubik-zentimeterweis mit physiologischer Kochsalzlösung nachgewaschen, ein helles,kaum gelbliches Filtrat. Zu diesem werden, nachdem es auf 8 ccm gebrachtist, 2 ccm 5 °/ 0 ige Menschenblutsuspension gesetzt und als Kontrollezu 8 ccm physiologischer Kochsalzlösung ebenfalls 2 ccm solcher Suspension.Nach 18 Stunden ist die Kontrollprobe unverändert, die Hauptprobe aberagglutiniert. Auf ein Filter gegossen, lässt sie eine farblose Flüssigkeit insFiltrat gehen.
Dieser Versuch zeigt, dass in Erdnusskuchen Rizinnoch nachweisbar ist, auch wenn die Erdnussmenge diedes Rizinus 500 mal übertrifft. Zur Verwendung kamen2 Blutarten, von denen die erste nicht auf Erdnussphasin reagiert.
In einem andern Falle mischte ich Kizinus und Erdnuss ebenfalls imVerhältnis von 1:500, erhitzte aber den Auszug des Gemisches für eineStunde auf 70°. Auch hier gelang es mir, durch Zusatz von Taubenblutdas Rizin an dieses zu binden. Es erfolgte zwar keine feste Kuchenbildung;aber immerhin haftete der Bodensatz, der sich nach 16 stündigem Stehen ge-bildet katte, so fest aneinander, dass ich die darüberstehende Flüssigkeitabpipettieren und mehrmals einige Kubikzentimeter 0.9 °/ 0 ige Kochsalzlösungaufbringen konnte. Alsdann wurde zersetzt. Obwohl nur 5 mg Rizinussamenangewandt worden waren, erhielt ich eine Flüssigkeit, von der schon dieHälfte genügte, um in 5 ccm 2°/ 0 igem Menschenblut binnen 6 Stundenfeste Agglutination hervorzurufen.
Das Gesagte zeigt, dass es wohl möglich ist, in Erd-nusskuchen zugesetztes Rizinuspulver oder in Ge-mischen von Erdnuss- und Rizinusauszügen milligramm-