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1 (1913)
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Wenn in einem Futtermittel Bizin und Krotinnebeneinander vorhanden sind, so ist es sehr leicht,letzteres auszuschalten, da es schon nach kurzem Er-hitzen auf 70° C. unwirksam wird, während Bizin, wie wirgesehen haben, eine ganze Stunde lang bei 70° gehalten werdenkann, ohne seine Blutwirkung zu verlieren.

Sämtliches im Handel befindliche Krotin ist nach meinerVorschrift dargestellt. Das von der Firma E. Merck vor20 Jahren mir gelieferte ist noch jetzt wirksam, nur hat dieLüslichkeit in Wasser natürlich inzwischen abgenommen. DurchEinspritzen steigender Dosen erhält man ein sehr wirksamesAntikrotin, das mit Antirizin nicht identisch ist. Ein krotin-haltiger Futterauszug gibt natürlich nur mit Krotinserum undnicht etwa mit Bizinserum einen Niederschlag.

Die Hauptmenge der Krotonsamen. welche in Deutschlandzur Verarbeitung auf Krotonöl gelangen, werden dieser gefähr-lichen Prozedur in Rostock in der Fabrik der Firma Dr. FriedrichWitte unterworfen. Hier handelt es sich dann immer gleich umviele Tonnen. Diese Firma presst übrigens das Öl nicht, sondernsie extrahiert es mit Hilfe eines Lösungsmittels. Das Ganzegeht mit so grossem Geschick vor sich, dass dabei keinerlei übleZufälle vorkommen. Die zuletzt auch noch mit Dampf über-strömten Bückstände gelangen nicht in den Handel, sondernwerden sofort vernichtet. Eine Gefahr der Verunreinigung vonFuttermitteln durch diese Bückstände besteht also hier in Bostockzur Zeit gar nicht.

VIII. Über Abrin.

Auch bei diesem Stoff muss ich, da er in der Landwirt-schaftlichen Praxis wohl kaum bisher Erwähnung gefunden hat,einiges zum Verständnis vorausschicken.

1. Historisches über die Paternostererbse.

Abrus precatorius (Papilionac.) stammt aus Ostindien,ist jetzt aber über alle Tropenländer verbreitet. In Brasilien,wo man seit alter Zeit wie in Ostindien diese Pflanze arzneilichbenutzt, führt sie den Namen Jequirity. Die glyzyrrhizinhaltigeWurzel wird in Ostindien statt Süssholz verwendet. Auch dieBlätter dienen arzneilichen Zwecken. Hier interessieren uns nurdie schönen rundlichen roten Samen mit schwarzem Fleck, die

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