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1 (1913)
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freien, durch ein feines Maschennetz von gröberen Partikeln ge-trennten Zellen in physiologischer Kochsalzlösung suspendiertund mit in physiologischer Kochsalzlösung gelöstem Rizin ver-setzt werden. Man sieht dann oft schon nach wenigen Minutensich die Zellen zu gröberen Flocken zusammenballen, währendin den Kontrollgläschen nichts derartiges wahrnehmbar ist.Natürlich kann man auch ein passendes Organ, wie z. B. dieLeber, nach völliger Entfernung des Blutes mit RiNGEsscherLösung, der Rizin zugesetzt ist, durchströmen, wie dies z. B.W. N. Woeonzow 1 ) getan hat. Die Leberzellen verankern da-bei das Gift und die ausströmende Flüssigkeit wird schliesslichganz giftfrei. In ganz analoger Weise vermögen auch dieroten Blutkörperchen das Rizin zu verankern. Davon wollenwir im Kapitel II weiter reden. Hier ist nur erst noch dieFrage der Einheitlichkeit oder Nichteinheitlichkeit desRizins zu besprechen. Für die exakte Chemie ist das Rizinbis jetzt eine chemische Einheit. Da es zwei leicht unter-scheidbare Wirkungen, eine agglutinierende im Reagenzglas undeine toxische beim Tierversuch zeigt, so haben Cushny, 2 )Fb. Müllee 3 ) und andere behauptet, es sei ein Gemisch zweierSubstanzen, eines Agglutinins und eines Toxins. Da jedoch dieLeberzellen, die von dem hypothetischen Gemisch doch nur dasToxin verankern sollten, auch das Agglutinin der RiNGEsschenFlüssigkeit entziehen, und da umgekehrt die Blutkörperchen derZwischenflüssigkeit nicht nur Agglutinin entziehen, sondern auchderen toxische Eigenschaften ganz ausserordentlich schwächen, sobeharre ich vorläufig noch auf meinem von Anfang an ein-genommenen Standpunkte, dass der Beweis der Nichtein-heitlichkeit des Rizins zurzeit noch nicht einwandfreierbracht ist.

II. Wirkung des Rizins auf defibriniertes verdünntes Blut.

Seit meinen ersten Versuchen mit Stillmaek verfährt mannoch heute zur Prüfung der Wirkungsstärke des Rizins ambesten in der Weise, dass man frisches Blut z. B. vom Kaninchenvorsichtig defibriniert und mit physiologischer Kochsalzlösung

*) Beitrag- zur Frage der entgiftenden Rolle der Leber im tierischenOrganismus, S. 55. Diss. Dorpat 1910.

») Arch. exp. Path. und Pharm. Bd. 41, 1898, S. 439.3 ) Ebenda Bd. 42, 1898, S. 302.