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Weiterhin habe ich mir dann Gemische von Weizen-kleie mit genau gewogenen Mengen von Rizinussamenhergestellt und zwar sowohl solche, wo beide Substanzen trockengemischt wurden, als solche, wo Kleienauszug und Rizinusauszuggesondert hergestellt und dann gemischt wurden. Die Mengedes Rizinussamens wurde anfangs 100 mal kleiner als die derKleie genommen, später sogar 500 mal kleiner. Die Auszügewurden bei 38° C. hergestellt, z. T. aber dann eine Stunde langauf 70° erhitzt. Das Ergebnis der sehr zahlreichen und nichtmühelosen Versuche ist folgendes:
Selbst bei Anwesenheit von nur 0.2 °/ 0 Rizinusmehlin Weizenkleie lässt sich der Nachweis des Giftes unterAnwendung von Menschenblut, Taubenblut, Kaninchen-blut und Rattenblut mit Sicherheit führen, wofern mandas fragliche Gemisch erst 24 Stunden mit der fünffachenMenge physiologischer Kochsalzlösung bei Anwesenheit vonToluol im Wärmeschrank extrahiert, den abgepressten Auszug-neutralisiert, filtriert, mit dem gleichen bis doppelten VolumenAlkohol fällt, sofort den Niederschlag filtriert, absaugt und relativkonzentriert wieder löst. Es gelingt ohne Mühe, diese Lösungmindestens doppelt so stark zu machen als der ursprünglicheAuszug war. Sie wirkt bei intravenöser und bei subkutanerEinspritzung auf Kaninchen giftig und tötet sie unter Hinter-lassung für Rizin charakteristischer Befunde. Die Blutwirkungdes Rizins bei den genannten Blutarten wurde durch den500 fachen Überschuss von Kleie nicht aufgehoben, sondern gingfast in derselben Verdünnung wie ohne Kleie, d. h. bei 1—2 mgölhaltigem Rizinussamen in 10 ccm 1 %igem Blut vor sich.Das vorherige Erhitzen auf 70 ° störte die Reaktion nicht. Wirsind also mit Hilfe dieses Verfahrens imstande, Rizinus inKleie auf doppelte Weise nachzuweisen, auch wenn die Rizinus-menge nur 0.2 °/ 0 ausmacht.
Zum Schluss möchte ich noch einige Angaben über dieFällung des Rizins bei 500 fächern Kleieüberschussdurch chemische Fällungsmittel machen. Wie alle Kolloide,so wird auch das Rizin von voluminösen, nicht deutlich kristalli-nischen Niederschlägen analog den Enzymen der Adsorption mitniedergerissen. Dies hat die unangenehme Folge, dass beimNeutralisieren der an sich stets sauren Kleienauszüge der ent-stehende Calciumphosphatniederschlag stets Rizin mit