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niederreisst. Diesem Niederschlag kann man es zwar durchenergisches Schütteln mit 0.9 % ig er Kochsalzlösung wieder ent-ziehen, aber man erhält es dann doch nur in grosser Verdünnung.Ich habe versucht, aus dem Filtrat des Neutralisierungsnieder-schlages durch Zusatz von Alaun und Natriumphosphat esin grossen Mengen mit niederzureissen. Dies gelang zwar, aberdem Niederschlag konnte ich es wie dem Neutralisierungs-niederschlag nur durch energisches Schütteln mit 0.9 % igerKochsalzlösung wieder entziehen. Immerhin will ich diese Me-thode doch nicht unerwähnt lassen, da sie das Gift in sehr reinerForm liefert. Hat man mit 0.1 % ig er Kochsalzlösung ausge-schüttelt, so kann man bei 50° C. die Lösung bis auf denneunten Teil ihres Volumens einengen und hat dann eine sehrkräftig wirkende, zu Blutversuchen vortrefflich geeignete Gift-lösung.
3. Roggenkleie, welche neben Weizenbestandteilen auchRizinus enthielt, erhielt ich 1910 ebenfalls von GeheimratKellner zur Prüfung. Der Gang der Untersuchung war genauwie bei der Weizenkleie. Das Ergebnis war ebenfalls positiv,d. h. ich konnte durch den Agglutinationsversuch unddurch den Tierversuch das Rizin darin nachweisen. Ichglaube die Einzelheiten übergehen zu können.
4. Gersten- und Hafermehl lassen zugesetztes Rizin eben-falls erkennen und zwar ungefähr ebenso gut wie Weizenmehl.Fälle von Verunreinigung von Gerste durch Rizin sind mirnicht zu Ohren gekommen und deshalb gehe ich kurz darüberhinweg. Nicht unerwähnt darf jedoch bleiben, dass sehr kon-zentrierte neutralisierte Auszüge von Gerstenmehl, d. h. solche,die in 5 ccm den Auszug aus einem ganzen Gramm Gerstenmehlenthalten, bei Zusatz von 5 ccm 2% igen Kaninchenblutes zu5 ccm Auszug die Blutkörperchen völlig agglutinieren, wodurchder Verdacht, dass hier Rizinusbeimischung vorliegt, erwecktwerden könnte. Kleinere Dosen als 600 mg Mehl liefertenkeinen agglutinierenden Auszug und auch Auszüge aus 600 bis1000 mg sind für die meisten anderen Blutarten (z. B. Hühner-,Meerschweinchen-, Kalbs- und Katzenblut) ohne Einwirkung.Ferner hebt Erhitzen auf 70° die agglutinierende Wirkung auf.
Hafermehl gibt an sich unter keinen Umständen Agglu-tination. Dies ist wichtig zu wissen, da nach Angaben von