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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Metalle de}- VI. Gruppe,

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Urans, 1 ) den Charakter von Säure-Anhydriden, wennauch das Uranoxyd, UrOs, in Folge des so hohen Atom-Gewichts von Uran theilweise, und zwar vorherrschend,basischen Habitus aufweist. Gemäss ihrer Stellung inden paaren Reihen der Gruppe gehen die genanntenMetalle keine Wasserstoffverbindungen ein; cf. pag. 30.Und, als typisches Element steht der Sauerstoffin naher Beziehung zu den Elementen der »Schwefel-Reihe«; cf. pag. 27.

leicht auf, unter Bildung von Wolframaten, die sich theils von dernormalen Wolframsäure, W0O4H2, theils von Polywolfram-säuren ableiten. Das wolfrainsaure Natrium des Handels istWo O4 Na2 • 2 H2 O; es findet, wie das sog. metawolframsaureNatrium, \V04O13Na2 • IOH2O, praktische Verwendung zum Be-schweren von Seide, in der Kattundruckerei als Beizmittel, und, umleichte Gewebe schwer verbrennlich zu machen. Ferner gibt die Wolf-ram säure den Phosphor- und Arsen-Molybdänsäuren analogeVerbindungen. Dann kennt man noch die Chloride, W0CI2, W0CI4,W0CI5, Wo Clu und niedere Oxyde, wie Wo O2 etc. Ein geringerZusatz von Wolfram zu Stahl verleiht diesem eine grössere Härteund andere werthvolle Eigenschaften: »WolframstahU.

') Uran, Ur == 239.0, welchem das höchste Atom-Gewicht allerbekannten Elemente zukommt, findet sich ziemlich selten, vorzugsweiseals Uranpecherz, Urs Os = Ur O2 • 2 UrOs, und Uranit, (PO4);!(Ur 02)2 Ca ■ 12 Ho O resp. 8 H2 O. Das metallische Uran, durchErhitzen von Uranchloriir, UrCLt, mit Natrium dargestellt, ist stahl-grau oder silberweiss, spec. Gew. 18.4. Es verbrennt an der Luft mitstarkem Glanz und löst sich leicht in verdünnten Säuren. Beim Auf-lösen von Uranpecherz in Salpetersäure resultirt Uranyluiliat,Ur O2 (NOg)2 • 6 H2 O, schön gelbe, grün schillernde Krystalle, die beimErhitzen auf 250° Uranoxyd, Urani- und auch Uranyloxyd, Ur Os =Ur O2 ■ O, ein hellgelbes Pulver, hinterlassen. Dasselbe kann aufgefasstwerden als Oxyd des zweiwerthigen Radicals lUranyl, UrO-i«.,welches die Basis der Uranylsalze, Ur O2 X2, bildet. Fällt man einUranylsalz mit Natronlauge, so entsteht ein gelber Niederschlag vonNatriumuranat, Ur» O7 Na2 • 6 Hs O, »Urangelb«; das Salz ent-

Ispricht den Dichromaten; Uranate der Form Ur04R2 sind nichtbekannt. Man benützt Urangelb zur Herstellung des schön grün-gelben »Uran glase s«. Ausser diesen Uraniverbindungejt, in welchenUran Gwerthig rangirt, liefert Uran hauptsächlich noch die Urano-verbindungen mit 4werthigem Ur. Uranchloriir, Uranochlorid, UrCU,grüne Octaeder, entsteht beim Verbrennen des Metalls in Chlorgas;wie die Ferrosalze wirkt es stark reducirend. Uranoxydul, Urano-oxyd, Ur O2, erhält man durch Reduction der höheren Oxyde im Wasser-stoffstrom. Es ist ein braunes Pulver, welches Glasflüsse schön schwarzfärbt und deshalb in der Glas- und Porzellanmalerei verwendet wird.

Schmidt, Kurzes Lehrbuch der Chemie.

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