Vorwort.
N den Jahren 1886 bis 1893 war VerfasserAssistent an der analytischen Abtheilung deschemischen Laboratoriums der kgl. Akademieder Wissenschaften zu München. Während dieser Zeithielt er ein stets von guten Unterrichtserfolgen begleitetesRepetitorium der Chemie ab. Es dürften dieseUnterrichtserfolge hauptsächlich darauf zurückgeführtwerden, dass alle Thatsachen in möglichst einfacherund klarer Form vorgetragen wurden. Ganz wesentlichunterstützt ward ein solches Bestreben dadurch, dass fürdie anorganische Chemie nicht allein das periodischeSystem der Elemente als systematische Grundlagediente, sondern auch bei den chemischen Umsetzungenanorganischer Körper die bis dahin nur vereinzelt zurAnwendung kommenden Constitutionsformelu in con-sequenter Weise durchgeführt wurden. Ausserdem fanden,was sich für Behandlung anorganischer Themata als Be-dürfniss herausstellte, auch sog. auseinandergezogene, sowieschematische Formeln Verwendung. Trägt doch z. B. dieFormel Cr 0%- KzO ■ Cr Oz für Kalium dichromat,cf. pag. 293, Anm. 5, welche Formel ausdrückt: dasKaliumdichromat ist die chemische Verbindung von 2 Cr Osmit IK2O, allen Reactionen dieser Substanz in klarerWeise Rechnung, viel mehr als dies durch seine Con-stitutionsformel, K O — Cr O2 —- O — Cr O2 — O K, der Fall