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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Einleitung

Grunde liegende

gesehen haben, eine Grundlage für die Lehre von derchemischen Verwandtschaft, zu deren Vervollkommnunges auch künftighin in weitgehendster Weise beitragenwird. Besonders sind es die Valenz-Verhältnisse derElemente, welche in dem Systeme klar zum Ausdruckgelangen, und vor Allem hat das System gezeigt, wiewichtig es ist, die Atom-Gewichte der Elemente in mög-lichster Schärfe zu bestimmen, denn erst, wenn letzteresgeschehen, können wir die ihnen zuGesetzmässigkeit in vollem Umfang erkennen.

Durch die vielen Analogien, welche das periodischeSystem zwischen den einzelnen Elementen der gleichenGruppe auffinden lässt, erlaubt dieses, die anorganischeChemie in derselben Uebersichtlichkeit zur Darstellungzu bringen, wie es mit dem früher vollkommener aus-gebildeten System der organischen Chemie schonlange der Fall war. Es soll daher in Folgendem dasperiodische System der Elemente als Richtschnur dienen.Nach einer kurzen Uebersicht über den Gesammtcharaktereiner Gruppe werden die zugehörenden Elemente ab-gehandelt, beim Kohlenstoff jedoch nur dessen Sauer-stoff-, sowie die Cyan-Verbindungen genauer besprochenund dann die übrigen Kohlenstoff-Verbindungen, derenGeschichte ja eine sehr umfangreiche ist, in einem be-sonderen Kapitel »Organische Chemie« 1 ) zusammengestellt.

dass die Atom-Gewichte der Elemente sich nicht auf einfache Weisevon H=l ableiten lassen. Da aber den Atomen jetzt schon bestimmteSchwingungen zugeschrieben werden, erscheint es immerhin nicht aus-geschlossen, dass die verschiedenen Elemente, d. h. die verschiedenenArten von Materie lediglich verschiedene Schwingungserscheinungen dergleichen Urmaterie oder *Aetherwirbel« vorstellen.

') Ein wesentlicher Unterschied zwischen »anorganischer Chemie«;(Mineralchemie) und »organischer Chemie« (Pflanzen- und Thierchemie)wird nicht mehr angenommen, und mit der Synthese des Harnstoffsdurch Wöhler 1828 fiel die letzte Scheidewand, welche früher beideGebiete der Chemie willkürlich getrennt hatte; die Annahme einerbesonderen »Lebenskraft«, die allein die Producte im Thier- undPflanzenkörper hervorbringe, war hinfällig geworden, indem man er-kannte, dass die Bildung resp. Zersetzung aller chemischen Substanzenden gleichen Gesetzen folgt. — Für gewöhnlich wird das Gesammt-gebiet der Chemie eingetheilt in wissenschaftliche und angewandteChemie. Die wissenschaftliche Chemie zerfällt wieder in allgemeine