Druckschrift 
Die Adelsdokumente österreichischer Alchemisten und die Abbildungen einiger Medaillen alchemistischen Ursprunges : mit 2 Zinkotypien u. 5 Lichtdrucktaf.
Entstehung
Seite
26
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

26

anderen aber Mercurs Schlangen-stab und trägt auch dessen Flügel-schuhe, wodurch die Verwandlung

des Quecksilbers in Gold angedeutetwurde. Die lateinischen Inschriftenlauten zu deutsch:

Vorderseite:WundervolleVerwandlung, bewirkt zu Prag den16. Jänner 1648 in GegenwartSeiner kaiserlichen Majestät Fer-dinands des Dritten."

Eückscite:So wie dieseKunst nur wenigen Mensehen ver-liehen ist, kommt sie auch nur selten zum Vorschein. Gepriesen seiGott in Ewigkeit, Der einen Theil Seiner unendlichen Macht uns.Seinen unwürdigsten Geschöpfen, offenbart!"

Leopold I. war ein grosser Gönner der Alchemisteii, ja an einerStelle eines Briefes*) P. Leinker's an ,1. G. Volkamer den Aelteren,ddo. Wien 26. September 1675 (in welchem dieser von einer gold-machenden Tinctur erzählt, die ein Graf Paar (Bahr), der bei derBotschaft in Spanien war und dort starb, seinem Bruder vermachte), wirdvon dem Adepten Wenzel gesprochen, der den Verfasser eingeladenhatte,ihn in das geheime kaiserliche Laboratorium zu Hof" (Schloss-hof?)oder in die Burg (dahinein er von seiner Wohnung und Labora-torio auf der Bastey den Schlüssel hat) zu führen".

In demselben .Jahre erschien am Hofe des Kaisers ein Mönchaus Prag namens Wenzel Seiler, der sich mit einigen alchimistischenExperimenten producirte und die Zufriedenheit des Monarchen erwarb.Er zeigte nämlich die angebliche Umwandlung des Kupfers sowie desZinns in Gold und wollte damit demonstriren, dass es möglich sein wird,die böhmischen Zinngruben einträglicher zu machen als die ungarischenGoklbergwerke. Aus einem Theil des von ihm gelieferten Goldes wurdenMünzen geschlagen, die nur auf einer Seite geprägt waren und dieInschrift aufweisen:Aus Wenzel Seyler's Pulvers Macht bin ich vonZinn zu Gold gemacht."

Am lehrreichsten erscheint jedoch ein grosses Medaillon, welchesaugenscheinlich bis etwa zwei Drittel seiner Höhe vergoldet ist. Dasselbewiegt über 7 Kilogramm und zeigt auf einer Seite den Stammbaum desKaiserhauses von Pharamund dem Frankenkönig bis Leopold I. und wurde

*) Murr, Literarische Nachrichten. Leipzig 1805, pag. 99.

i

**