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Die Adelsdokumente österreichischer Alchemisten und die Abbildungen einiger Medaillen alchemistischen Ursprunges : mit 2 Zinkotypien u. 5 Lichtdrucktaf.
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Moncony berichtet in seinen interessanten Keisebeschreibungen*)über eine grosse Zahl von alchemistisehen Abenteuern, unter welchendie bemerkenswerthesten diejenigen sind, von denen er gelegentlichseines Aufenthaltes im Frühjahre 1664 zu Kegensburg spricht, wodamals der Kaiser nebst vielen Grossen des Eeiches, unter denen sichauch der Kurfürst von Mainz befand, anwesend war.

Man scheint sich dort sehr lebhaft mit alchemistisehen Ex-perimenten beschäftigt zu haben, an denen der Apotheker StrobelPerger und ein Graf Par (Paar) in hervorragender Weise betheiligtwaren.

Unser Beisender referirt bei dieser Gelegenheit auch darüber, wieRichthausen in den Besitz des goldmachenden Pulvers des La Busardieregekommen ist.

Als Letzterer in Prag nämlich todtkrank wurde, verlangte er seinenFreund Richthausen Baron von Chaos zu sehen, der auch sofort von Wienzu ihm reiste, jedoch erst nach dem Tode Busardiere's eintraf. Alleinder Haushofmeister des Cavaliers, bei dem der Genannte gewohnt hatte,händigte ihm ein Pulver ein, welches der Verstorbene für seinen Freundhinterlassen hatte. Inzwischen hatte der besagte Cavalier von der SacheKenntniss bekommen und forderte unter Androhung des Todes diesesPulver von seinem Haushofmeister zurück, was diesen bewog, dasselbevon Chaos zurückzufordern, indem er diesen unter Entgegenhaltenzweier geladener Pistolen zwang, dasselbe herauszugeben.

Nun hat aber Chaos denn doch nur einen Theil des Pulverszurückerstattet, den grössten Theil jedoch für sich behalten und mitdiesem die Umwandlungen vor dem Kaiser und dem Kurfürsten vonMainz ausgeführt. Bei der ersteren gelang dieselbe so vollkommen,dass man aus 3 Pfund Quecksilber 2 J / 2 Pfund Gold erhielt, von welchemein Theil zur Herstellung einer Denkmünze verwendet wurde. LieseMünze ist nicht mehr vorhanden, allein Abbildungen derselben sind inverschiedenen älteren Werken zu finden, und es wird eine solche aufder folgenden Seite (pag. 26) dieses Heftes zum Abdruck gebracht.

Diese Münze soll von Ferdinand III. in dein geheimen Facheines seiner Schränke aufbewahrt worden und erst unter Leopold I.durch dessen Leibarzt Dr. Zwölffer wieder zum Vorschein ge-kommen sein.

Die Bildseite derselben zeigt die stehende Figur des Sonnengottesmit umstrahltem Haupte. In der einen Hand hält er die Lyra, in der

*) De Moncony. Journal des Voyages, Lyon, MDOLXV, pag. 378