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Vielleicht war auch der Obristburggraf Wilhelm v. Rosenberg,der beim Kaiser in hohem Ansehen stand, und dessen Familie in her-vorragender Weise um das Emporblühen des Bergbaues in Böhmensich verdient gemacht hat, hiebei von grossem Einfluss. Dieser war,wie Köliler sagt, der Goldmacherei über die Massen und dergestaltergeben, dass er sich auch von den gröbsten Betrügern „in diesernichtigen und verderblichen Kunst auf das Lächerlichste hinter dasLicht führen liess. Es wurde ihm folgender Streich gespielt," berichtetKöhler weiter: „Ein berühmter englischer Alchemist, Claudius Sirre,beredete ihn, wenn man Ducaten in eine auf gewisse Art zubereiteteErde wie einen Samen steckte und solche mit einem alchimistischenWasser fleissig befeuchte, so wüchsen lauter gediegene Goldstengelwie Irische Kräuter davon in die Höhe. Ehe man siehs versehen hatte,hub der Betrüger des Nachts allen ausgestreuten Goldsamen aus derErde und machte sieh damit aus dem Staube."
Murr hat in seinen literarischen Nachrichten eine Reihe vonBriefen „guter Ohemisten" an den Oberbergverwalter Franz Kretschmerzu Goldkronach veröffentlicht, die ihm aus dem Plassenburg'sehenArchiv zur Verfügung gestellt waren.
Diese Briefe betreffen insbesondere Begebenheiten am Hofe Ru-dolfs IL und beschäftigen sich mit Kelley (Ohyles) und SebaldSchwertzer und besprechen alchemistische Angelegenheiten in ähnlicherWeise, wie etwa heute Chemiker mit einander über ihre Arbeiten corre-spondiren.
Ein Dr. J. G. Volkamer, der ein berühmt gewordenes Mittelgegen Harnstein erfunden hatte, womit er u. A. in Innsbruck Erfolgeerzielte, und dessen Recept er seiner Tochter bei ihrer Verehelichungmit einem Arzt „zum Anfang der Haushaltung" schenkte, correspon-dirte mit einem Dr. Fr. Gassmann (Pantaleon genannt, ein Adeptaus Schlesien), dann mit P. Leinkers in Wien, welcher u. A. diealchemistische Thätigkeit zweier Grafen Paar bespricht. Ein Schreiben,ddo. Prag, den 7. September anno 96, rührt von Hans P. Heydenher und ist „Im Kamen Kayser Rudolf II." abgefasst. Dasselbe lautet:„Edler vester, günstiger lieber Herr Kretschmair. Des Herrnschreiben an mich und an Ir. Kays. Maj. hab ich empfangen, unddasselbige Irer Maj. vbergeben , darinn vermeldet der Herr, dass mitder Kletten Werkh nach langer Zeit wol etM'as gerieht werde, sey dochmühesam bis man zur Fixation komme, und die Materia ad griseumColorem gebracht werde. Diss werkh aber were sehr zu abbreviren,dann man dem Goldt sein tineturam aussziehen, oder das ganze Corpus
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