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Die Adelsdokumente österreichischer Alchemisten und die Abbildungen einiger Medaillen alchemistischen Ursprunges : mit 2 Zinkotypien u. 5 Lichtdrucktaf.
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Als Leibmedicus des Kurfürsten beschäftigte er sich auch mit derUnterweisung von Laboranten fremder Fürsten sowie mit dem Ver-kaufe von Arzneien, unter denen destillirter Amethyst und Korallen-wasser, Rubinen- und Perlenpulver etc. sich befanden, insbesondereaber mit der Untersuchung von Harn, was ihm ganz besonders vielGeld einbrachte, denn es wurde ihm nachgerühmt, dass er aus dem,was ihm die Destillation des Harnes eines Menschen ergab, nicht nurzu erkennen vermochte, welcher Theil des Körpers dieses Menschen undin welcher Weise nicht richtig beschauen sei, sondern auch, welcheKrankheiten für diesen Menschen in der Zukunft zu befürchten seien.Er starb 1596.

Dass auch andere Alchemisten, deren Namen bisher die Geschichtenicht kannte, zu jener Zeit sich Geltung verschafften, geht aus folgen-der Mittheilung hervor, die wir ebenfalls Herrn Dr. 0. Redlich ver-danken*) und die dem Innsbrucker Statthalterei-Archive entnommen ist.

Dieses Document, ddo. Sehwaz, den 7. April 1551, sagt:DerBergrichter von Schwaz berichtet an die Regierung in Innsbruck, dieihn aufgefordert hatte, über des Dominicus Gazdelu ,neu erfundeneKunst, gold und silber zu machen', ein Gutachten abzustatten; er unddie Schmelzer und Gewerken. mit denen er sich darüber beraten,können ,wenig ans solcher schrift (des Gazdelu) verstandt nemen oderhaben, ob die Kunst gerecht sey oder nit' und was Gazdelu eigentlichzur Ausführung seiner Kunst verlange. Ist die Kunst ,gerecht', so wärees für Se. Majestät nur vortheilhaft, wenn die gerechte Kunst an denTag komme. Se. Majestät möge ihm auf 25 oder mehr Jahredas Privilegium zur Ausübung seiner Kunst geben, doch so, dassGazdelu dadurch niemanden benachtheilige, seine Kunst überall nurmit Genehmigung und unter Aufsicht der Behörden aufrichte, damitY 10 vom genommenen Golde, Silber und anderen Metallen für Se. Ma-jestät eingezogen werden könne."

Am Ende der Regierung Maximilians IL taucht auch der Namedes Alchemisten Sebald Schwertzer auf, der gewöhnlich mit Rudolf ILin Verbindung gebracht wird. Allein er hat sich unter seinen Berufs-genossen vornehmlich durch seine Beziehungen zum kursächsischenHof bemerkbar gemacht, an welchem er im Jahre 1584, aus Italienkommend, erschienen sein soll.

Kurfürst August (der von 1553 bis 1586 regierte) selbst sowieseine Gemahlin Anna**) von Dänemark arbeiteten in dem auf Schloss

*) Briefliche Mittheilung des Herrn Professor Dr. P. v. Wieser**) Hauptfigur in Priedr. Uhl's Roman: Mutter Anna.