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Dieselbe datirt vom 5. März 1459 und lautet, wie folgt: „MeisterPeter von Rotenburg a. d. Nekar bekennt, dass er zu Herzog Sigmundvon Tirol gekommen sein genad ertliche stuck und kunst in der alchemeyzu lernen als kupher zu silber und silber zu gold zu machen unddarumb vor seinen gnaden gelt eingenommen und vermählt die kunstsolt also an ir selber gerecht sein, das mir aber umbgegangen ist undgevält hat und liab sein gnad damit betrogen; darum habe ihn HerzogSigmund gefangen setzen lassen und die herzoglichen Räte liessen ihmdie Wahl sich auf Gnade zu unterwerfen oder das Recht zu erwarten "
Magister Peter wählte das erstere und gelobte alle Länder desHerzogs zu verlassen und dieselben nie mehr zu betreten, widrigenfallser an Leib und Leben gestraft würde.
Maximilian L, der von 1493—1519 regierte, war ein aufrich-tiger Förderer*) von Kunst und Wissenschaft und sohin auch einFreund der alchemistischen Bestrebungen. Ja, man darf mit Sicherheitannehmen, dass er sich selbst mit Alchemie beschäftigte, wie man u. A.aus folgender Stelle schliessen muss, die im „Oosterreieh's Ehrenspiegel"(pag. 1385) steht:
„Einem Vornehmen von Adel, seinem alten, wohlverdienten Diener,als derselbe sich der Alchymisterei zu viel ergab, liess er sagen: Ersollte zeitlich davon abstehen; denn auch er, der Kaiser, habe viel darinverschwendet, aber dieser Kunst sich zu arm befunden."
Auch die bekannten Verse**) des Hans Sachs:
0 Keyser Maximilian!
Wellicher diese Künste kann,
Sicht Dieh noch römisch Eeich nit an
betreffen die nahen Beziehungen dieses Monarchen zur Alchemie.
*) Am Anfange des XVI. Jahrhunderts nahm die Pflege der Wissenschaften inWien einen grossen Aufschwung und die Universität war von 7000 Schülern besucht.Conrad Celtes hatte zu jener Zeit in Wien die „gelehrte Donaugesellschaft"gegründet, die allerdings nach seinem am 3. Februar 1508 erfolgten Tode, trotzdemOuspinian an seine Stelle trat, sich bald wieder auflöste. Der Sitz dieser Gesell-schaft war Cuspinian's Haus zum „weissen Rössel" (oder „Einhorn"), jetzt Singer-strasse 10, wo im Hofe heute noch auf Marmortafeln, die links oben eingemauertsind, die Namen der zwölf bedeutendsten Mitglieder dieser Gesellschaft verzeichneterscheinen.
**) Es ist dies eine Stelle aus einem längeren Gedieht vom Jahre 1568, betitelt:„Histona, die Geschichte Keyser Maximiliani, löblicher Gedechtnuss, mit dem Alchi-misten." Eine Geschichte, welche sieh 1513 zugetragen haben soll. Basirt auf einerSage, die der Dichter in Wels (Oberösterreich) gehört haben wollte. (Murr,Literarische Nachrichten, p. 29.)