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Die Adelsdokumente österreichischer Alchemisten und die Abbildungen einiger Medaillen alchemistischen Ursprunges : mit 2 Zinkotypien u. 5 Lichtdrucktaf.
Entstehung
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Heinrich IV. von England hatte noch im Jahre 1404 der be-ginnenden Metallverfälschung durch ein strenges Verbot der Vermehrungvon Gold uud Silber Schranken zu setzen versucht. Allein schonHeinrich VI., ein grosser Liebhaber der Alehomie, begünstigte derleiBestrebungen wieder und ertheilte in den Jahren 1440. 1444 und 1452sogar mehreren Gesellschaften besondere Privilegien zum Behufe derErzeugung von Gold und Silber aus allerlei unedlen Metallen!

DerleiGold" wurde dann zu Münzen geprägt, die zunächstallerdings dazu bestimmt waren, in Peindesland verausgabt zu werden.Allein die Franzosen vergalten Gleiches mit Gleichem, und die Finanz-operationen Jacques le Gor's unter Carl VII. dürften nicht wesentlichanderer Natur gewesen, sein als die der Engländer.

Ueberhaupt war man zu jener Zeit bei Beurtheilung der Probehältig-keit der Edelmetalle nicht mit jener Sorgfalt und Strenge vorgegangenwie heute und konnte wohl auch nicht so weit gehen, wie es geschehenmusste, um vollkommene Klarheit zu gewinnen. Die bekannte Strichprobeam Probirstein dürfte in den meisten Fällen als genügend gegolten haben!

Derartige Momente mögen immerhin Barbara gegenüber als mil-dernde Umstände in die Wagschale geworfen werden. Entschuldigenkann man ihr Vorgehen damit nicht, und sie hat es verwirkt, in dieBeihe derjenigen Vertreter der Alchemie gestellt zu werden, denen mauihrer Bestrebungen wegen eine ernstere Beachtung widmen darf.

Während Barbara ihrer wenig rühmlichen alchemistischen Thätigkeitbis zu ihrem im Jahre 1451 erfolgten Tode oblag, entstand in Böhmeneine Industrie, die in späteren Jahrhunderten einen hervorragenden Platzunter jenen Betrieben einzunehmen berufen war, welche ihre Wurzelnin der chemischen Lehre finden, nämlich die Glasindustrie. Die ersteGlashütte in Böhmen soll jene gewesen sein, welche unter Peter Berkav. Duba in der Nähe des heutigen Städtchens St. Georgenthal an-gelegt wurde. Im Jahre 1442 geschieht Erwähnung einerGlashut insilva Daubitz". und ein Jahr später errichtete Paul Schiriner eine Glas-hütte bei Steiusehönau.

Auf Albrechts kurze Eegierung folgte Friedrich III., der von14401493 die Kaiserkrone trug, üeber die alchemistischen Bestre-bungen dieser Zeit hegt uns eine sehr interessante Notiz vor, die wirHerrn Dr. 0. Bedlich verdanken, und die dem Innsbrucker Statt-halterei-Archiv entstammt, *)

*) Briefliche Mittheilung des Herrn Professor Dr. F. v. Wieser.