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1 (1894) Die Chemie der Fettkörper
Entstehung
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Einleitung.

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Während sieh die anorganische Chemie zunächst an derchemischen Erforschung der Mineralien entwickelte, und daher früherauch als Mineralchemie bezeichnet wurde, begann die Entwick-lung' der organischen Chemie mit der Untersuchung der Stoff-wechselproducte der Pflanzen und Thiere. L av oisi er zeigte gegenEnde des vorigen Jahrhunderts, das« bei der Verbrennung der imPflanzen- undThierorganismus vorkommenden, sog. organischenSubstanzen stets Kohlensäure und Wasser entstehen, er bewies,dass die in ihren Eigenschaften so ausserordentlich verschiedenenorganischen Verbindungen meist nur aus Kohlenstoff, Wasser-stoff und Sauerstoff zusammengesetzt sind, denen sich zuwei-len, namentlich in Thiersubstanzen, der Stickstoff beigesellt. Fernersprach Lavoisier die Ansicht aus, dass in den organischen Substan-zen besondere zusammengesetzte Atomgruppen oder Radicale an-zunehmen seien, während er die mineralischen Substanzen als di-recte Verbindungen der einzelnen Elemente auffasste.

Da es nun lange Zeit nicht gelingen wollte, erstere aus denElementen synthetisch darzustellen, so glaubte man, dass ein wesent-licher Unterschied zwischen den organischen und anorganischenSubstanzen bestehe, und unterschied die Chemie der ersteren alsorganische Chemie streng- von der anorganischen. Es bil-dete sich die Ansicht, dass die chemischen Elemente in den leben-digen Körpern anderen Gesetzen unterworfen seien, als in der sog.leblosen Natur, dass die organischen Substanzen nur in den Orga-nismen unter dem Einfluss einer besonderen „Lebenskraft" (B er-zelius) gebildet würden, und dass es nicht möglich wäre, dieselbenkünstlich darzustellen.

Eine Thatsaehe genügte, um diese auf negativen Ergebnissen

beruhenden Beschränkungen als unbegründet zu erweisen. Im

Jahre 1828 wurde durch Wohl er der Harnstoff als erste organische

Substanz künstlich dargestellt. Durch diese Synthese, welcher sich

Richter, organ. Chemie. 7. Aufl. 1

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