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1 (1874) Die Perioden der Geschichte der Pharmacie
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69
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oder verdreifacht werden musste. Durch die Amiahme diesermehrbasischen organ. Säuren wurde vieles erklärlich, was bis jetztdunkel schien; so muss immer Einer auf den Schultern des An-dern die Höhe erklimmen.

W. Döbereiner hatte früher eine ätherische Flüssigkeit er-kannt, die durch Oxydation des Alkohols entstehe, welche erSauerstoffülher nannte; Liebig zeigte, dass diese Flüssigkeit Al-kohol sei, dem 1 Theil seines "Wasserstoffs durch Stoffe, die ihrenSauerstoff leicht abgeben, entzogen werde; er nannte diesen Stoffdesshalb Aldehyd (Zusammenziehung von Alkohol dehydrogeni-satum) und zeigte, dass derselbe eine Zwischenstufe zwischenAlkohol und Essigsäure sei. So wurde auch diesem problematischenSauerstoffäther eine feste Stellung im Systeme der organ. Chemieangewiesen und zugleich gezeigt, dass jeder Alkohol sein Aldehydhabe.

Aus jener Zeit stammt auch die Entdeckung des Chlorals,so auch die des Chloroforms von Liebig 1832 und von Soubeiran1831; dass letzteres aus ersterem hervorgehen könne, wurde erst inunserer Zeit erkannt.

Aus derselben Zeit müssen wir noch einer Arbeit, welche für diechemische Theorie von grosser Bedeutung war, gedenken: DumasDampfdichtigkeitsbestimmung von Schwefel-, Phosphor-, Jod- undQuecksilberdämpfen und ihre Anwendung zur Feststellung derAtomgewichte dieser Elemente; diese Dampfdichtigkeitsbestimmun-gen führten zu ganz neuen Anschauungen. Aber nicht allein fürorganische Chemie waren Liebig, Wöhler, Dumas u. s. w. thätig,auch die analytische, pharm, und technische Chemie wurde be-deutend von ihnen vervollkommnet.

Der Grund, dass jene Zeit (im 3. und 4. Decennium unseresJahrhunderts) so fruchtbringend für die chemische Forschungwurde, ist hauptsächlich darin zu suchen: 1) dass man den Wegder Speculation wieder gänzlich verliess und den der practischenArbeit dafür einschlug. Hatten die Chemiker bis dahin jämmer-liche Laboratorien aus eigenen Mitteln erhalten müssen, so bauteman ihnen nun auf Staatskosten grossartig eingerichtet«, mit allenApparaten gut ausgestattete Laboratoria, in welchen nicht alleinder Professor und sein Assistent, sondern auch die Studirendender Chemie practische Arbeiten ausführen konnten; aus den frü-hern Küchen, mit einigen Windöfen nothdürftig versehen, wurdenPrachtbauten mit physikalischen und ehem. Apparaten aller Artreichlich ausgestattet, mit kurzen Worten: die Studirenden lerntennicht allein denken, sondern auch practisch arbeiten. Das Resultatsolcher Einrichtung war, dass durch die vermehrte Arbeitskraftdie Entdeckungen sich nicht allein häuften, sondern auch viel-seitig verfolgt wurden.

2) Dass durch die verbesserte Elementaranalyse organischerStoffe richtigere Resultate erzielt wurden, die wieder zur Rein-darstellung der gefundenen Substanzen sichere Anhaltspunkte